001	 der Bundestag hat am Dienstag seine Debatte "uber die Regierungserkl"arung des Bundeskanzlers fortgesetzt .
002	 bis in den Nachmittag hinein sprachen Vertreter der Regierung und der drei Fraktionen ausschlie"slich "uber wirtschafts- und finanzpolitische Fragen , wobei die gegenw"artige Preisdebatte in der Bundesrepublik einen breiten Raum einnahm ; am Abend stand wieder die Innen- und Au"senpolitik zur Debatte .
003	 w"ahrend die Minister Schm"ucker und Dahlgr"un sowie die Koalitionsabgeordneten Professor Burgbacher und Starke Kritik an der am Vorabend gehaltenen Rede des SPD-Abgeordneten Professor Schiller "ubten , griff der SPD-Finanzexperte M"oller die Ausgabenpolitik der Bundesregierung in scharfen Worten an .
004	 der CSU-Vorsitzende Strau"s sagte zur Au"senpolitik , Amerika k"onne seine starken Interessen in Europa auf die Dauer nur verteidigen , wenn Europa selbst in der Lage sei , eine glaubhafte Abschreckung auf jeden m"oglichen Angreifer auszu"uben .
005	 Strau"s verlangte ein verst"arktes Mitspracherecht der Bundesrepublik bei der atomaren Planung , warnte aber vor Projekten wie der MLF und der ANF , vor allem , wenn eine Beteiligung der Bundesrepublik mit einer Zusage verbunden werden solle , einen Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen , der auch die Unterschrift der Zone tragen w"urde .
006	 der SPD-Abgeordnete Helmut Schmidt forderte am Abend zu mehr Zur"uckhaltung die Bundesregierung in der Frage der nuklearen Verteidigung auf .
007	 Schmidt griff scharf die Bundesregierung an ; Erhards neue Regierungserkl"arung habe deshalb so wenig befriedigend geklungen , weil die Regierung genau wisse , da"s sie das vor zwei Jahren vorgelegte Programm in wesentlichen Teilen immer noch nicht erf"ullt habe .
008	 Schmidt erinnerte an die Versprechungen vor der Wahl und sagte : " spricht denn dieser Bundeskanzler in zwei Zungen ? " .
009	 Bundeswirtschaftsminister Schm"ucker stellte in seinem Diskussionsbeitrag fest , da"s Schiller " in etlichen Punkten " recht habe .
010	 auch er , Schm"ucker , sei entschieden gegen eine Deflationspolitik , gegen einen Preis- und Lohnstopp , f"ur eine mittelfristige Finanzplanung .
011	 er habe auch keine Einw"ande gegen den Ausbau der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und vertrete die Ansicht , da"s innerhalb der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft f"ur die Preisbindung der zweiten Hand kein Platz mehr sei .
012	 Schm"ucker verwahrte sich jedoch gegen den Vorwurf , die Regierung besitze kein energiepolitisches Konzept .
013	 der Wirtschaftsminister k"undigte an , er werde in der n"achsten Zeit mit den Vertretern der Mineral"olindustrie , der Stahlindustrie und der Elektrizit"atswirtschaft weitere Gespr"ache "uber den Kohlebergbau f"uhren .
014	 Schm"ucker bedauerte , da"s es in der deutschen Wirtschaft immer noch kein solidarisches Zusammenstehen gebe .
015	 wenn man die Preisentwicklung in internationaler Sicht betrachte , so zeige sich , da"s die L"ander mit besonders gro"ser Bereitschaft zur Solidarit"at , n"amlich die Schweiz und die Vereinigten Staaten , die geringsten Preissteigerungen aufzuweisen h"atten .
016	 die Entwicklung des Geldwertes in der Bundesrepublik k"onne nicht befriedigen .
017	 es sei falsch , diese Sorge zu verniedlichen .
018	 in diesem Zusammenhang stellte Schm"ucker fest , da"s auch ein ausgeglichener Haushalt in dieser Situation noch nicht als staatlicher Beitrag zur Preisstabilit"at ausreiche .
019	 man m"usse "uberlegen , ob nicht ein Teil der "offentlichen Einnahmen stillzulegen sei .
020	 au"serdem gehe es heute schon um die Vorbelastungen f"ur die weitere Zukunft , so da"s eine mittelfristige Vorausschau auf die Haushaltsentwicklung der n"achsten vier bis f"unf Jahre unumg"anglich sei .
021	 schlie"slich m"u"sten sich auch die Haushalte der L"ander und Kommunen sowie der Sozialversicherungen antizyklisch verhalten .
022	 Schm"ucker regte an , da"s sich der Wirtschaftsausschu"s des Bundestags verst"arkt in diese Diskussion einschalten sollte .
023	 im "ubrigen m"u"sten sich aber auch alle Sozialpartner einordnen .
024	 Tarifvereinbarungen , die eine bestimmte Preissteigerung vorwegn"ahmen , seien unverantwortlich .
025	 sie widerspr"achen allen Stabilit"atsbem"uhungen .
026	 gesamtwirtschaftlich k"onne man sich auf absehbare Zeit eine weitere Arbeitszeitverk"urzung nicht leisten .
027	 der Bundeswirtschaftsminister will die bisherigen gelegentlichen Zusammenk"unfte mit den Repr"asentanten der wichtigsten sozialen Gruppen intensivieren und zu einem st"andigen Gespr"ach ausbauen .
028	 Bundeskanzler Erhard werde zu dem ersten dieser Gespr"ache bald einladen .
029	 Schm"ucker machte klar , da"s dabei keineswegs daran gedacht sei , die Tarifautonomie , die unternehmerische Freiheit oder den F"uhrungsanspruch von Parlament oder Regierung in Frage zu stellen .
030	 er forderte , die Politik der sozialen Marktwirtschaft m"usse fortgef"uhrt und den gewandelten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen entsprechend ausgebaut werden .
031	 der Bund habe bei allen Stabilisierungsma"snahmen mit gutem Beispiel voranzugehen .
032	 au"serdem sei die Struktur- und die Wettbewerbspolitik so fortzuentwickeln , da"s die notwendigen Strukturwandlungen erleichtert w"urden .
033	 dazu geh"ore aber auch die Bereitschaft der Unternehmer und der Arbeitnehmer zu gr"o"serer Mobilit"at und zur Anpassung an die Ver"anderungen des Marktes und der Wirtschaftsstruktur .
034	 zum Einflu"s ausl"andischen Kapitals in der Bundesrepublik sagte Schm"ucker , da"s man insgesamt mit diesem Einsatz in der deutschen Wirtschaft sehr zufrieden sein k"onne .
035	 Schm"ucker fa"ste seine Ausf"uhrungen folgenderma"sen zusammen : " Stabilit"at und weitere Aufw"artsentwicklung in einer gesunden Wirtschafts- und Sozialstruktur verlangen von uns : 1. die Politik der sozialen Marktwirtschaft mu"s fortgef"uhrt und den gewandelten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen entsprechend ausgebaut werden .
036	 2. notwendig ist Weltoffenheit und unbeirrbares Festhalten an der europ"aischen Integration .
037	 3. der Bundeshaushalt mu"s nicht nur kurzfristig in Ordnung gebracht werden .
038	 notwendig ist die Einf"ugung der Haushaltspolitik in die l"angerfristigen Zielsetzungen der Stabilit"ats- und Wachstumspolitik .
039	 das erfordert : da"s Bund , L"ander , Gemeinden und auch die Sozialversicherungstr"ager mitarbeiten .
040	 es m"ussen die gesetzlichen Voraussetzungen f"ur eine gemeinsame antizyklische Finanzpolitik und f"ur mehrj"ahrige Haushaltsplanungen geschaffen werden .
041	 das erfordert auch den politischen Willen zur Einordnung der Einzelentscheidungen in das gesamtpolitische Interesse und in die gesamtwirtschaftlichen M"oglichkeiten .
042	 der Bund - und dies geht alle seine Organe an - mu"s hier mit guten Beispielen vorangehen .
043	 4. alle diese Bem"uhungen m"ussen unterst"utzt werden durch die Entscheidungen der Sozialpartner .
044	 die Bundesregierung wird bald mit den Repr"asentanten der gro"sen wirtschaftlichen und sozialen Gruppen eine gemeinsame Aussprache f"uhren .
045	 5. es ist notwendig , die Struktur- und Wettbewerbspolitik so fortzuentwickeln , da"s die f"ur Wachstum und Stabilit"at erforderlichen Strukturwandlungen gef"ordert und erleichtert werden .
046	 dazu geh"ort aber auch die Bereitschaft der Unternehmer und der Arbeitnehmer zu gr"o"serer Mobilit"at und zur Anpassung an die Ver"anderungen der Technik des Marktes und der Wirtschafts- und Besch"aftigungsstruktur .
047	 die heutigen Aufgaben der Wirtschaftspolitik sind zwar anders , keineswegs aber leichter .
048	 sie sind differenzierter und vielschichtiger geworden .
049	 eine gesunde Wirtschaft ist die feste und beste Grundlage f"ur unsere gesamte Innen- und Au"senpolitik .
050	 die bisherige stabile wirtschaftliche Aufw"artsentwicklung hat wesentlich zur Festigung im Innern und zur Wiederherstellung unseres Ansehens beigetragen .
051	 es liegt an uns - und nur an uns - , diesen Weg fortzusetzen " .
052	 die bei dem Konzil versammelten polnischen Bisch"ofe haben in Rom in einer langen Botschaft die katholischen Bisch"ofe Deutschlands zur Jahrtausendfeier der Christianisierung Polens im Mai n"achsten Jahres nach Tschenstochau eingeladen .
053	 die Botschaft geht ausf"uhrlich auf das deutsch-polnische Verh"altnis ein .
054	 sie fordert , " trotz dieser fast hoffnungslos mit Vergangenheit belasteten Lage " zu vergessen und zum Dialog miteinander zu kommen .
055	 der Brief schlie"st mit dem Wunsch zur beiderseitigen Vergebung .
056	 in den Kreisen der deutschen Bisch"ofe wird das Schreiben der polnischen Bisch"ofe im Stil als sehr entgegenkommend beurteilt .
057	 wie es mit den in ihm gemachten historischen Angaben stehe , sei eine andere Frage .
058	 die Botschaft der polnischen Bisch"ofe geht nicht ausdr"ucklich auf die evangelische Vertriebenen-Denkschrift ein , aber der Zusammenhang ist un"ubersehbar .
059	 die deutschen katholischen Bisch"ofe werden gebeten , " unsere Gr"u"se und unseren Dank den deutschen evangelischen Br"udern " zu "uberbringen , " die sich mit uns und mit Ihnen abm"uhen , L"osungen f"ur unsere Schwierigkeiten zu finden " .
060	 im Schlu"steil der Botschaft wird die Oder-Nei"se-Frage direkt genannt .
061	 es wird von " dem Leid von Millionen von Fl"uchtlingen und vertriebenen Deutschen " gesprochen , aber auch gesagt , diese Gebiete seien eine Existenzfrage f"ur Polen , das seine Ostgebiete an Ru"sland habe abtreten m"ussen .
062	 der von Kardinal Wyszynski und 35 anderen polnischen Bisch"ofen unterzeichnete Brief wurde in Rom in drei Originalen den Kardin"alen Frings und D"opfner sowie Erzbischof Bengsch "ubergeben .
063	 die "ubrigen einundf"unfzig deutschen Bisch"ofe erhielten Kopien .
064	 die Botschaft tr"agt das Datum vom 18. November .
065	 sie gliedert sich in zwei Teile : einen " in ganz allgemeinen Abrissen gezeichneten " "Uberblick "uber " die tausendj"ahrige Entwicklung der polnischen Kulturgeschichte mit besonderer Ber"ucksichtigung der deutsch-polnischen Nachbarschaft " und als zweiten Teil Ausf"uhrungen zum gegenw"artigen deutsch-polnischen Verh"altnis , verbunden mit dem Aufruf , " trotz hei"ser Eisen " den Dialog zwischen beiden V"olkern zu beginnen .
066	 die katholischen Bisch"ofe beider Nationen sollten dabei den Anfang machen .
067	 in den letzten S"atzen der Botschaft hei"st es : .
068	 in dem historischen Teil wird berichtet , da"s 966 der polnische Herzog Mieszko I als erster polnischer Herzog getauft wurde .
069	 sein Sohn und Nachfolger , Boleslaw Chrobry , habe die Christianisierung fortgesetzt und bei " Papst Silvester II die Errichtung einer eigenen polnischen Hierarchie mit der ersten Metropole in Gniezno ( Gnesen ) und drei Suffraganbist"umern , Krakow , Wroclaw , Kolobrzeg ( Krakau , Breslau , Kolberg ) " erwirkt , hei"st es in der Botschaft ; .
070	 die Botschaft legt dar , da"s im Jahre 1000 Kaiser Otto III zusammen mit Boleslaw Chrobry als Pilger zum M"artyrerschrein des " heiligen Wojciech-Adalbert " von Prag in Gnesen gepilgert sei .
071	 in dem Brief hei"st es , mit dem " Anschlu"s des neuen polnischen K"onigreichs an das Abendland , und zwar mit Hilfe des Papsttums " habe im Mittelalter ein reger Austausch zwischen Polen und den abendl"andischen V"olkern , besonders mit den s"uddeutschen L"andern , aber auch anderen Staaten eingesetzt .
072	 Polen sei dabei als j"ungeres Staatsgebilde anfangs mehr der gebende als der nehmende Teil gewesen .
073	 der Brief berichtet von vielen Deutschen , die dabei nach Polen gekommen und im polnischen Volkstum aufgegangen seien .
074	 als " klassisches Beispiel deutsch-polnischer Zusammenarbeit in Kultur und Kunst im hohen Mittelalter " wird Veit Sto"s aus N"urnberg genannt , der fast sein ganzes Leben in Krakau gelebt habe .
075	 " seine Werke dort sind alle vom Genius loci der polnischen Umgebung inspiriert " .
076	 die Zusammenarbeit Kaiser Ottos III und des K"onigs Boleslaw Chrobry beim Eintritt Polens in das Christentum und das abendl"andische R"omische Reich habe " die Grundlage gelegt und die Form und Voraussetzung geschaffen f"ur die kommenden fruchtbaren deutsch-polnischen Beziehungen und die Ausbreitung der abendl"andischen Kultur .
078	 die Botschaft geht auf die deutschen Ordensritter , die " Kreuzritter " , ein , die " im slawischen Norden und in den preu"sischen und baltischen L"andern die dortigen Ureinwohner mit Feuer und Schwert bekehrten " .
080	 seitdem ist " Krzyzak ( Kreuzritter ) Schimpfwort und Schreckgespenst f"ur jeden Polen und wird leider nur allzuoft von alters her mit dem Deutschtum identifiziert .
081	 aus dem Siedlungsgebiet der Kreuzritter sind sp"ater jene Preu"sen hervorgegangen , die alles Deutsche in polnischen Landen in allgemeinen Verruf brachten .
082	 sie sind in der geschichtlichen Entwicklung repr"asentiert durch folgende Namen : jener Albrecht von Preu"sen , Friedrich der sogenannte Gro"se , Bismarck und schlie"slich Hitler als Endpunkt " .
083	 Friedrich II werde vom ganzen polnischen Volk als Haupturheber der Teilungen Polens angesehen .
084	 kurz erinnert der Brief an die Leiden Polens im Zweiten Weltkrieg , der sechs Millionen polnischen Staatsb"urgern das Leben gekostet hat .
085	 nach diesem Geschehen in der j"ungsten Vergangenheit sei es die Belastung im deutsch-polnischen Verh"altnis .
087	 " f"ur unser Vaterland , das aus den Massenmorden nicht als Siegerstaat , sondern bis zum "au"sersten geschw"acht hervorging , ist es eine Existenzfrage ( keine Frage ' gr"o"seren Lebensraumes ! ' ) ; es sei denn , da"s man ein "Uber-Drei"sig-Millionen-Volk in den engen Korridor eines ' Generalgouvernement ' von 1939 bis 1945 hineinpressen wollte - ohne Westgebiete , aber auch ohne Ostgebiete , aus denen seit 1945 Millionen von polnischen Menschen an die ' Potsdamer Westgebiete ' hin"uberstr"omen mu"sten .
088	 wo sollten sie auch damals hin , da ja das sogenannte Generalgouvernement zusammen mit der Hauptstadt Warschau in Tr"ummern lag .
089	 die Vernichtungswelle des letzten Krieges ist nicht nur einmal , wie in Deutschland , sondern seit 1914 mehrere Male "uber die polnischen Lande hinweggebraust , und zwar hin und zur"uck , wie apokalyptische Reiter , und hat jedesmal Schutt und Tr"ummer , Armut , Krankheit , Seuchen und Tr"anen und Tod und wachsende Vergeltungs- und Ha"skomplexe hinterlassen " .
090	 diese Aufz"ahlung , hei"st es in der Botschaft , solle weniger eine Anklage als vielmehr eine eigene Rechtfertigung sein : .
091	 der Widerstand deutscher Bisch"ofe , das Wirken der Widerstandsk"ampfer des 20. Juli und vieler anderer und das Leiden der Christen und Kommunisten aus Deutschland in den Konzentrationslagern wird erw"ahnt .
092	 den Dialog sollten gerade die Bisch"ofe beginnen .
093	 mit der 165. Generalkongregation wurden am Dienstag die am 19. November unterbrochenen Konzilssitzungen im Petersdom wiederaufgenommen .
094	 der Papst war anwesend und nahm in der Mitte des Pr"asidententisches Platz .
095	 aus Anla"s des Festes des heiligen Andreas , das besonders in der Ostkirche begangen wird , wurde die Messe von dem maronitischen Patriarchen Kardinal Meouchi unter Assistenz zahlreicher orientalischer Erzbisch"ofe und Bisch"ofe im maronistischen Ritus gefeiert .
096	 der Generalsekret"ar Felici teilte mit , da"s am Samstagnachmittag in der Basilika St Paul vor den Mauern im Beisein des Papstes , der Konzilsv"ater und der nichtkatholischen Beobachter ein Gottesdienst zur F"orderung der Einheit der Christen stattfinde .
097	 aus Anla"s der Schlie"sung des Zweiten Vatikanischen Konzils veranstaltete der italienische Staatspr"asident Saragat am Dienstagabend im Quirinal zu Ehren der Konzilsv"ater einen Empfang .
098	 "uber die leidige Frage der Orangenpreise in der EWG ist es im Ministerrat der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer heftigen politischen Kontroverse zwischen einigen Ratsmitgliedern und der EWG-Kommission gekommen .
099	 "ubereinstimmend wurde berichtet , da"s die Auseinandersetzung , die vor allem zwischen dem belgischen Au"senminister Spaak auf der einen und Pr"asident Hallstein und Vizepr"asident Mansholt auf der anderen Seite ausgetragen wurde , von gro"ser Sch"arfe gewesen sei .
100	 politisch sei diese Debatte , so erkl"arte ein deutscher Teilnehmer , geradezu " lebensgef"ahrlich " gewesen , insbesondere deshalb , weil Spaak mehrfach erkl"art hatte : " dies ist gar kein Ministerrat " .
101	 f"ur die Bundesrepublik erkl"arte Staatssekret"ar H"uttebr"auker , der die Entscheidung der Kommission in der Sache der Orangenpreise f"ur falsch h"alt , jedoch sofort mit gro"sem Nachdruck , da"s er sich von diesem politischen Teil der Erkl"arungen Au"senminister Spaaks distanziere , da"s die Bundesregierung dieses Treffen als eine ordentliche Ratstagung ansehe ; auch der Ratspr"asident Colombo lie"s deutlich werden , da"s auch er diese Sitzung als eine Ratstagung betrachte .
102	 unversehens ist auf dem Wege "uber die Festlegung von Referenzpreisen f"ur Orangen die heikle juristische Lage der Gemeinschaft deutlich geworden , und zwar viel fr"uher , als dies den F"unf recht sein kann .
103	 die Frage , ob die EWG-Kommission eine andere Orangenverordnung h"atte vorlegen k"onnen , oder ob sie gezwungen war , die vom Rat beschlossene Verordnung eng zu interpretieren , blieb auch nach mehrst"undiger Debatte offen und bleibt unter den Juristen strittig .
104	 die EWG-Kommission sieht im Rahmen der Verordnungstexte keine andere M"oglichkeit , als Referenzpreise festzulegen .
105	 die Mehrheit der Ratsmitglieder , mit Ausnahme von Italien , h"alt andere M"oglichkeiten f"ur gegeben .
106	 nach den Regeln der Verordnung k"onnte der Ministerrat die Entscheidung der Kommission mit qualifizierter Mehrheit ab"andern , aber - und an diesem Punkt griff Spaak an - der Rat ist in Abwesenheit von Frankreich und gegen die Stimmen Italiens gar nicht in der Lage , eine solche Mehrheitsentscheidung zu treffen .
107	 Spaak warf der Kommission vor , die Entscheidung erlassen zu haben , trotz der Erkenntnis , da"s der Rat von seinen Rechten zur Ab"anderung keinen Gebrauch machen k"onne .
108	 jetzt zeige sich , da"s es falsch und gef"ahrlich gewesen sei , die Besprechungen zu f"unft "uberhaupt zu f"uhren , ohne zuvor die rechtlichen Grundfragen gekl"art zu haben .
109	 die Kommission habe die F"unf gezwungen , einer Regelung zuzustimmen , die vier Ratsmitglieder gar nicht wollten .
110	 da niemand die delikate Frage jetzt schon entscheiden will , ob die F"unf auch in Abwesenheit Frankreichs einstimmige oder auch Mehrheitsbeschl"usse f"allen k"onnen , blieb dem Rat nichts anderes "ubrig , als , wie es Spaak ausdr"uckte , vor der Kommission zu kapitulieren .
111	 die neuen Referenzpreise treten also am 1. Dezember in Kraft ( siehe den Bericht im Wirtschaftsteil ) .
112	 Hallstein und Mansholt widersprachen Spaak wiederholt und hartn"ackig .
113	 Hallstein wies in Ausf"uhrungen , die von Ratsmitgliedern teilweise als stark belehrend empfunden wurden , auf die Rechtsnatur der Gemeinschaft hin ; Spaak wolle , da"s die Kommission auf ihre Entscheidung verzichte , aber die Kommission sei hierzu gar nicht berechtigt , weil sich ihre Pflicht zum Handeln und zur Entscheidung aus dem Ratsbeschlu"s eindeutig ergebe .
114	 in Kreisen der Kommission wird ferner darauf verwiesen , da"s die Kommission in diesem Falle die Minderheit , Italien , sch"utzen m"usse .
115	 es w"are f"ur das Ansehen der Kommission geradezu t"odlich , w"urde sie sich , zumal bei solch eindeutiger Rechtslage , dem Willen der Mehrheit beugen .
116	 am Ende der hitzigen Diskussion zeigte sich immerhin , da"s Italien , nachdem es seinen politischen Sieg nach Hause tragen kann , f"ur Alternativl"osungen nun offen ist .
117	 alle Mitglieder des Rates , auch die Kommission , gelobten , an einer besseren L"osung mitzuarbeiten .
118	 der Ministerrat der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft hat in einem Kommunique erneut seinen Willen bekundet , gemeinsam mit Frankreich die derzeitige Krise zu "uberwinden .
119	 wie Au"senminister Schr"oder erkl"arte , habe der Rat seine alte Linie zur "Uberwindung der aufgetretenen Schwierigkeiten bekr"aftigt .
120	 der Ratspr"asident , der italienische Schatzminister Colombo , wurde von seinen Kollegen in ihrem Auftrag gebeten , mit dem abwesenden franz"osischen Partner eine Unterhaltung zu f"uhren , in der die beiderseitigen Standpunkte dargelegt und gegebenenfalls erste Schritte in Richtung einer L"osung der Krise er"ortert werden sollen .
121	 es ist denkbar , da"s diese Unterhaltung schon in der n"achsten Woche stattfindet , wenn der franz"osische Au"senminister zum Abschlu"s des Konzils in Rom weilt .
122	 auf deutscher Seite glaubt man aber nicht , da"s vor Januar praktische Schritte zur "Uberwindung der Stagnation getroffen werden k"onnen .
123	 K"onig Hassan von Marokko fliegt an diesem Mittwoch nach Berlin , nachdem am Vortag der offizielle Staatsbesuch in Bonn mit einem von Hassan zu Ehren des Bundespr"asidenten auf dem Petersberg gegebenen Empfang zu Ende gegangen war .
124	 vorher hatte Bundeskanzler Erhard den K"onig empfangen , der volles Verst"andnis daf"ur zeigte , da"s Erhard aus gesundheitlichen Gr"unden weder am Flugplatz noch am Dienstagabend zum Empfang des Bundespr"asidenten in die Beethovenhalle gekommen war .
125	 Erhard und der K"onig sprachen "uber die Krise in den deutsch-arabischen Beziehungen .
126	 von einer Mittlerrolle Hassans zum jetzigen Zeitpunkt zwischen Bonn und den arabischen Staaten , die ihre Beziehungen zur Bundesrepublik abgebrochen haben , kann jedoch keine Rede sein .
127	 die den K"onig begleitenden Minister haben mit ihren deutschen Kollegen zwar bestimmte Projekte besprochen , aber es ist nicht abschlie"send dar"uber verhandelt worden .
128	 der britische Au"senminister Stewart hat am Dienstag in Moskau seine politischen Gespr"ache begonnen .
129	 er traf am Vormittag mit dem sowjetischen Au"senminister Gromyko zu einer dreist"undigen Unterredung zusammen , an der auch Gromykos erster Stellvertreter Kusnezow teilnahm .
130	 ein Sprecher der britischen Delegation erkl"arte sp"ater : " wir haben den Meinungsaustausch "uber internationale Probleme aufgenommen " .
131	 wie zu h"oren war , lehnte Stewart es ab , die Pl"ane f"ur ein atomares Mitspracherecht innerhalb der Nato zugunsten eines Ost-West-Paktes zur Verhinderung der Verbreitung von Atomwaffen aufzugeben .
132	 die Kontrolle "uber die Anwendung von Atomwaffen , erkl"arte er , w"urde weiterhin bei den gegenw"artigen Atomm"achten liegen , selbst wenn sich die Nato entscheiden sollte , eine neue multinationale Verteidigungsmacht zu schaffen .
133	 Stewart betonte , da"s keiner der zur Zeit diskutierten Pl"ane Nichtatomm"achten das Recht geben w"urde zu bestimmen , wie und wann Atomwaffen eingesetzt werden sollten .
134	 wie es hei"st , konnte der britische Au"senminister seinen sowjetischen Kollegen nicht "uberzeugen .
135	 der 29 Jahre alte Chefredakteur Carl Schm"oller der CSU-Zeitung " Bayern-Kurier " hat am Samstag seinen Herausgeber , den CSU-Vorsitzenden Strau"s gebeten , seinen langfristigen Vertrag in einer f"ur beide Partner annehmbaren Form " auf Grund der Vorg"ange und Entwicklungen in den letzten drei Wochen " zu l"osen .
136	 Schm"oller trat gleichzeitig seinen Jahresurlaub an .
137	 mit dem Ausscheiden Schm"ollers haben voraussichtlich Auseinandersetzungen um den " harten Kurs " des CSU-Organs ein Ende gefunden , der bis vor kurzem von Strau"s offensichtlich gebilligt worden war .
138	 Finnlands Staatspr"asident Kekkonen hat wieder einmal die finnischen und sowjetischen Sicherheitsinteressen im skandinavischen Norden und im Ostseegebiet zur Sprache gebracht .
139	 sein neuer Vorschlag , einen Grenzsicherheitsvertrag zwischen Finnland und Norwegen f"ur deren gemeinsame Grenze in der Polarzone abzuschlie"sen , wo sich im n"ordlichen Lappland Nato und Warschauer Pakt gegen"uberstehen , wurde in Norwegen und den anderen skandinavischen L"andern mit "Uberraschung aufgenommen .
140	 der Vorschlag , der der sowjetischen Forderung nach "Uberpr"ufung des europ"aischen Sicherheitsproblems entspricht , bedeutet , da"s Norwegen garantieren w"urde , da"s die Nato und die Sowjetunion nicht "uber die sogenannte Nordkalotte angreift .
141	 die Abfertigung der West-Berliner in den 16 Passierscheinstellen verl"auft bisher "uberall reibungslos .
142	 der Andrang hielt sich auch am Dienstag wieder in Grenzen .
143	 am Vormittag wurden nach Angaben der Polizei rund sechstausend Menschen gez"ahlt , die Antr"age zum zweimaligen Besuch naher Verwandter im Sowjetsektor w"ahrend der Weihnachts- und Neujahrstage stellen wollten .
144	 am Montag sind nach Auskunft des Senats insgesamt 45159 Antr"age eingereicht worden .
145	 Bundeskanzler Erhard hat am Mittwochnachmittag in der Aussprache des Bundestages "uber die Regierungserkl"arung auf innenpolitischem Gebiet seine Vorstellungen von der " formierten Gesellschaft " verteidigt und zur Au"senpolitik betont , da"s dem sowjetischen Potential an Mittelstreckenraketen ein entsprechendes Potential an Abschreckungswaffen im Westen gegen"uberstehen m"usse .
146	 der Bundeskanzler erwiderte auf Erkl"arungen des SPD-Abgeordneten Heinemann vom Vormittag , die formierte Gesellschaft sei eine Vision und eine Dunstwolke politischer Programmatik : die formierte Gesellschaft sei ein gesellschaftspolitisches Leitbild .
147	 Erhard unterstrich abermals , da"s eine Verl"angerung der Arbeitszeit Voraussetzung daf"ur sei , da"s wir uns leisten k"onnten , was wir uns leisteten ; drau"sen im Volk stelle man sich "uberall die Frage , ob wir es uns wirklich leisten k"onnten .
148	 auf eine Frage Schillers erl"auterte Erhard , da"s der Zuwachs an Arbeitsproduktivit"at schon einkalkuliert sei .
149	 er warf Schiller vor , er gehe in seiner Betrachtung der Wirtschaftspolitik von einem " idealtypischen Zustand " aus .
150	 damit stimme die Wirklichkeit aber nicht "uberein .
151	 Erhard k"undigte an , noch in diesem Monat mit den Mitgliedern des Sachverst"andigenbeirats zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung und mit den Sozialpartnern ein Gespr"ach zu f"uhren , in dem man alle diese Fragen hoffentlich objektiv beraten werde .
152	 Erhard meinte , Schiller habe es schwer mit der Marktwirtschaft in einer Partei , die auch anders k"onne .
153	 es gebe eben zwei Arten von Marktwirtschaftlern .
154	 die einen seien in der Wolle gef"arbt - " dazu geh"ore ich " - , die anderen seien im St"uck gef"arbt , zu diesen geh"ore Schiller .
155	 Planung k"onne das Leben l"ahmen oder ihm nachhinken .
156	 so habe man noch "uber Energiel"ucken diskutiert , w"ahrend schon die Kohlenhalden gewachsen seien .
157	 Erhard fragte dann die SPD wie sie ihr Ziel , die Preissteigerung auf ein Prozent im Jahr zu verringern , erreichen wolle , wenn die Gewerkschaften jetzt 12 Prozent Lohnerh"ohung verlangten .
158	 der Kanzler warnte auch davor , die "offentliche Hand allein zum Schuldigen zu machen , obschon die Staatsausgaben nur 15 Prozent des Sozialproduktes ausmachten .
159	 man tut so , als ob der Staat nur mit aller Gewalt Geld ausgeben wolle .
160	 der Kanzler nahm auch zu Fragen der europ"aischen Sicherheit Stellung .
161	 er antwortete damit auf die Ausf"uhrungen des sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten Helmut Schmidt vom Vorabend .
162	 Erhard sagte , die Bedrohung in Mittel- und Osteuropa sei Sache der objektiven Begebenheiten und nicht subjektiver Betrachtungsweise .
163	 dem sowjetischen Potential an Mittelstreckenraketen m"usse ein entsprechendes Potential an Abschreckungswaffen entgegengesetzt werden .
164	 Erhard antwortete auch auf die Formulierung Schmidts , der von einem Hauch von nuklearer Beteiligung und einem Prestigebed"urfnis der Bundesrepublik gesprochen hatte .
165	 mit aller Deutlichkeit , so sagte Erhard , wolle er betonen , da"s es um die Sicherheit der Bundesrepublik , nicht aber um ihr Prestige gehe .
166	 vor der Nato-Konferenz und den bevorstehenden bilateralen Gespr"achen mit den Vereinigten Staaten habe er "uber die Art der nuklearen Verteidigung nicht mehr sagen wollen als in seiner Regierungserkl"arung .
167	 zur atlantischen Verteidigungsgemeinschaft bemerkte der Kanzler , seit Jahren spreche man von Nato-Krisen , aber trotzdem habe sie ihre Aufgaben erf"ullt ; und die Bundesregierung werde dazu beitragen , da"s die Nato auch in Zukunft ihren Aufgaben gen"ugen k"onne .
168	 bei den ersten Worten Erhards stand auf der Zuschauertrib"une ein Mann auf und rief in den Saal : " du bist ja bescheuert .
169	 ich bin Arbeiter .
170	 arbeite du lieber auch " .
171	 der Mann wurde von Saaldienern aus dem Parlament gef"uhrt ; Erhard unterbrach nur kurz seine Rede .
172	 vor dem Bundeskanzler hatte der sozialdemokratische Abgeordnete Heinemann die Unionsabgeordneten gefragt : " halten Sie nichts von der formierten Gesellschaft ? " .
173	 Heinemann begr"undete diese Frage damit , da"s kein Redner der Union von ihr gesprochen habe , und sprach von Dunstwolken politischer Programmatik .
174	 er erkl"arte auch den Plan des deutschen Gemeinschaftswerks f"ur omin"os , da er die Grundstruktur der Verfassung ber"uhre .
175	 zu der geplanten Verfassungs"anderung sagte er , das Grundgesetz sei kein Verschiebebahnhof .
176	 jedenfalls sei die SPD kein Zulieferant f"ur die Politik der Regierungsparteien .
177	 sie wolle von Anfang an und von Grund auf bei den Verhandlungen "uber Verfassungs"anderungen beteiligt sein .
178	 die Finanzreform m"usse die kommunale Selbst"andigkeit der Gemeinden in ihren Finanzen bringen , sagte Heinemann weiter .
179	 die Verfassungs"anderung f"ur eine Notstandsgesetzgebung bedinge eine "offentliche Diskussion .
180	 zur Anregung einer "Anderung des Artikels 113 , wonach Beschl"usse des Bundestages , die den Haushaltsplan erh"ohen oder neue Ausgaben bedingen , der Zustimmung bed"urfen sagte Heinemann , es gen"uge der Zusatz , die Bundesregierung d"urfe vor der Wahl gemachte Versprechen nach der Wahl wieder zur"uckziehen .
181	 der Berliner Unionsabgeordnete Benda nahm , wie er sagte , Heinemanns Erkl"arungen zur Notstandsverfassungs"anderung " mit gewisser Sorge " zur Kenntnis .
182	 es gehe nicht darum , da"s die SPD Zulieferer sein solle f"ur die Regierung , sie solle ihr keinen Gefallen tun , sondern eine f"ur alle wichtige Sache tun .
183	 auch sie habe ihre Verpflichtung , aber sie sage immer nur , was sie nicht wolle .
184	 dieses Wort erregte zahlreiche Zwischenfragen der Sozialdemokraten , die auf die Beschl"usse ihrer Partei hinwiesen und erkl"arten , es gebe keine verbindlichen "Au"serungen der Unionsfraktion hinsichtlich der Notstandsgesetzgebung .
185	 Benda wandte sich dann gegen die Art , in der au"serhalb des Hauses manchmal der neue Justizminister Jaeger behandelt werde und gegen eine " gouvernantenhafte Neigung " , sich mit dem Schutz der Demokratie in anderen L"andern , nicht jedoch sich mit den Zust"anden im anderen Teil Deutschlands zu befassen .
186	 nachdem Nyerere , der Staatspr"asident von Tansania , am Mittwoch "offentlich Pr"asident Kaunda von Sambia zu seiner Weigerung begl"uckw"unscht hatte , " die Beleidigung " der britischen Bedingungen f"ur eine Truppenhilfe f"ur Sambia hinzunehmen , hat sich Premierminister Wilson gezwungen gesehen , sein bisheriges Schweigen zu brechen .
187	 nach dramatischem Hin und Her , das am Dienstag eine zweimalige Verschiebung der Regierungserkl"arung erzwungen hatte , unterrichtete er am Mittwochnachmittag das Unterhaus davon , da"s die britische Regierung Sambia ein Geschwader von Flugzeugen vom Typ Javelin , das in Ndola stationiert werden soll , und Bodentruppen f"ur Lusaka angeboten hat .
188	 der Flugzeugtr"ager " Eagle " liegt vor der K"uste von Tansania .
189	 Wilson erkl"arte dem Unterhaus weiter , da"s er Kaunda versichert habe , Gro"sbritannien werde nicht unt"atig zusehen , falls Rhodesien die Stromzufuhr nach Sambia abschneide .
190	 die Sanktionen gegen Rhodesien sind so versch"arft worden , da"s sie nach der Mitteilung Wilsons jetzt 95 Prozent der rhodesischen Exporte nach Gro"sbritannien umfassen .
191	 der britische Premierminister bedauerte , da"s er immer noch nicht in der Lage sei , Genaueres "uber den Stand seiner Verhandlungen mit Kaunda zu sagen .
192	 der Oppositionsf"uhrer Heath kritisierte Wilsons Andeutung "uber eine m"ogliche Intervention im Fall einer rhodesischen Absperrung der Stromzufuhr nach Sambia .
193	 Wilson hatte seinen Minister f"ur Commonwealth-Beziehungen , Bottomley , zu Kaunda entsandt .
194	 Bottomley hat innerhalb der ihm mitgegebenen Direktiven volle Entscheidungsfreiheit .
195	 Techniker der britischen Luftwaffe haben im Betschuanaland bei Francistown mit der Errichtung einer Sendeanlage begonnen , die nach ihren Angaben das Programm der BBC nach Rhodesien ausstrahlen soll .
196	 nach der Landung eines britischen Lufttransporters am Sonntag wurden dort weitere Maschinen aus Aden angek"undigt .
197	 in Lusaka wurde am Dienstag lebhafter Verkehr von Heeresfahrzeugen beobachtet .
198	 nach Hinweisen milit"arischer Stellen wird mit der Bereitstellung der Fahrzeuge die kurzfristige Verlegung eines Infanteriebataillons nach dem 110 Meilen entfernten Kraftwerk am Kariba-Damm erm"oglicht .
199	 gegen den bevorstehenden Einzug seines Rivalen Clifford Dupont in einen zweiten Amtssitz in der Industriestadt Bulawayo hat in Salisbury der britische Gouverneur Sir Humphrey Gibbs bei der Regierung Smith protestiert .
200	 Gibbs lie"s gleichzeitig aus dem Amtsgeb"aude in Bulawayo seine pers"onliche Habe entfernen , da er offensichtlich nicht mit einer Wirkung seines Protestes rechnet .
201	 wie Agenturen erg"anzend melden , sagte der rhodesische Premierminister Smith in einer Radio- und Fernsehansprache am Dienstagabend , Rhodesien sei nicht an Unruhen in Sambia interessiert .
202	 es werde daher nichts gegen eine britische Ordnungsmacht im Nachbarstaat unternehmen .
203	 die amerikanischen Luftangriffe gegen Ziele in Nordvietnam und die systematischen Fl"achenangriffe auf Vietcong-Einheiten der regul"aren nordvietnamesischen Truppe in S"udvietnam sollen erheblich verst"arkt werden .
204	 gleichzeitig wird von der amerikanischen F"uhrung erwogen , die Zufuhr von Waffen und anderem Material durch Kambodscha nach S"udvietnam durch scharfe Angriffe auf den sogenannten " Ho-Tschi-Minh-Pfad " weitgehend zu unterbinden .
205	 der amerikanische Oberbefehlshaber in Vietnam , General Westmoreland , hat die Steigerung der Gesamttruppenst"arke auf sechs kampfstarke Divisionen gefordert , um die immer heftigeren direkten Gefechte mit Vietcong- und nordvietnamesischen Verb"anden durch Ausfindungen und Verfolgung des Gegners in eine Gegenoffensive verwandeln zu k"onnen .
206	 daher steht Pr"asident Johnson jetzt vor der schweren Entscheidung , ob der Vietnam-Krieg offiziell zu einem Konflikt nach Muster des Korea-Krieges werden oder weiterhin nur ein Teil des Versuchs bleiben soll , eine Expansion Chinas einzud"ammen .
207	 dies sind die "Uberlegungen der amerikanischen Regierungsspitze nach der R"uckkehr von Verteidigungsminister McNamara von seiner kurzen Inspektionsreise in Vietnam .
208	 die unmittelbar schwerste Frage lautet , wie die festgestellte Zunahme der Vietcong und regul"arer nordvietnamesischer Truppen auf den Kriegsschaupl"atzen im S"uden trotz der Luftangriffe der gro"sen Bomber des strategischen Kommandos m"oglich ist .
209	 die Luftstreitkr"afte m"ussen sich gegen die Kritik verteidigen , da"s ihre Fl"achenbombardierungen durch B-Zwei-Achtstrahl-D"usenbomber vom pazifischen St"utzpunkt Guam aus bisher nicht vermochten , den systematischen Aufbau der gegnerischen Truppen im S"uden zu unterbinden .
210	 McNamara mu"ste seine optimistischen Voraussagen "uber das Kriegsende und die M"oglichkeiten einer Zerst"orung der Zufuhr kommunistischer Truppen und Waffen nach S"udvietnam zur"uckstecken .
211	 im Pentagon glaubt man , da"s die verst"arkte Waffen- und Truppenzufuhr nach dem S"uden haupts"achlich "uber den Ho-Tschi-Minh-Pfad durch Laos und unter st"andiger Verletzung neutralen Gebietes in Kambodscha erfolgt .
212	 Munition und Ausr"ustung werde ferner "uber den Mekongflu"s , eine internationale Wasserstra"se , nach dem Hafen Sihanoukville in Kambodscha gebracht .
213	 daher wird erwogen , wie die seit Monaten ohne viel Aufhebens erfolgenden Jagdbomberangriffe auf den Ho-Tschi-Minh-Pfad in Laos verst"arkt werden k"onnen , ohne politische Folgen auszul"osen , die eine Zerst"orung der ohnehin schwachen neutralen Regierung von Laos unter Prinz Souvanna Phouma zur Folge h"atten .
214	 Washington wei"s , da"s bereits 8000 bis 10000 Mann nordvietnamesischer Truppen in den vom " roten Prinzen " Souphanouvong beherrschten Gebieten vor Laos stehen .
215	 eine Steigerung der Luftangriffe soll nach bisherigen Pl"anen nach wie vor die nordvietnamesische Hauptstadt Hanoi und deren Hafen Haiphong aussparen .
216	 dabei ist hervorzuheben , da"s Hanoi durch einen stetig verst"arkten G"urtel von Luftabwehr-Raketen sowjetischer Herkunft gesch"utzt ist , deren Stellungen erst vernichtet werden m"u"sten , ehe die W"unsche einer Reihe hoher amerikanischer Luftwaffenvertreter erf"ullt werden k"onnten .
217	 Pr"asident Johnson und dessen Berater scheuen vor dem Schritt aus politischen Gr"unden zur"uck : sie wollen die Sowjetunion nicht auf der Seite Chinas in Vietnam engagieren .
218	 trotzdem ist mit einer Erh"ohung der monatlichen Abwurfquote von 10000 auf rund 40000 Tonnen Bomben zu rechnen .
219	 McNamara hat auf Guam mit den Kommandeuren der dort stationierten B-Einheiten des strategischen Kommandos "uber eine Erh"ohung der Luftoffensive im S"uden gesprochen .
220	 es ist m"oglich , da"s weitere SAC-Geschwader eingesetzt und zus"atzliche Absprungh"afen auf Okinawa und den Philippinen dazu benutzt werden m"ussen .
221	 die 7. amerikanische Flotte im Pazifik ist jetzt bereits durch den atomkraftgetriebenen Flugzeugtr"ager " Enterprise " verst"arkt , von dem aus Jagdbomberangriffe in Nordvietnam geflogen werden .
222	 die B-2-Bomber sind auch deshalb nicht "uber Nordvietnam eingesetzt , weil diese relativ langsamen Maschinen durch die Luftabwehrraketen gef"ahrdet sind .
223	 dem Pentagon und der politischen F"uhrung in Washington war jedoch bereits vor der Reise McNamaras deutlich , da"s die Steigerung des Landkriegs in Vietnam durch Erh"ohung der Luftoffensive nicht unterbunden werden k"onne .
224	 McNamara beharrt darauf , da"s die blutigen Gefechte der letzten Wochen trotz der damit verbundenen amerikanischen Verluste den Plan einer Monsum-Offensive der Vietcong zerschlagen h"atten , und da"s der Krieg sich zugunsten S"udvietnams und Amerikas zu wenden beginne .
225	 das bedeutet nicht , der Verteidigungsminister glaube an ein baldiges Kriegsende : im Gegenteil , in Washington ist mehr und mehr zu h"oren , da"s die Vereinigten Staaten sich auf einen langen , immer blutigeren Krieg einzustellen h"atten , ehe Nordvietnam an den Verhandlungstisch gezwungen werden k"onne .
226	 in Washington wird nicht geleugnet , da"s dazu eine weitere erhebliche Verst"arkung amerikanischer Landtruppen in S"udvietnam erforderlich sei .
227	 zur Zeit stehen 165000 Mann in S"udvietnam .
228	 deren Erh"ohung auf 300000 Mann gilt als sicher .
229	 es wird sogar die Ziffer einer halben Million Mann genannt .
230	 bisher galt die Steigerung der Truppen in Vietnam auf sechs Divisionen als das "au"serste , was Amerika sich ohne Gef"ahrdung seiner anderen weltweiten Verpflichtungen leisten k"onne .
231	 die Heeresleitung wei"s jedoch , da"s nur erhebliche hochmobile und mit starker Feuerkraft versehene Truppenmassen in der Lage sind , das Bergland mit den Hauptkonzentrationen der Kommunisten in S"udvietnam durchzuk"ammen und den Gegner direkt in seinen vielf"altigen Aufmarschr"aumen zu treffen .
232	 als Vergleich zu diesen Truppenst"arken mu"s erw"ahnt werden , da"s in den drei Jahren des Korea-Krieges das amerikanische Heer insgesamt 2834000 , die Marineinfanterie 424000 Mann auf dem Kriegsschauplatz einsetzte und die Gesamtverluste 157530 Tote und Verwundete betrugen .
233	 Pr"asident Johnson ist zur Zeit dabei , auf seiner Farm in Texas die Haushaltsvoranschl"age f"ur das n"achste Fiskaljahr im Licht der steigenden Last des Vietnam-Krieges zu pr"ufen .
234	 es ist jetzt schon klar , da"s der n"achste Haushalt Rekordausgaben von "uber hundert Milliarden Dollar enthalten wird und da"s das amerikanische Defizit sich wahrscheinlich um weitere drei Milliarden Dollar erh"ohen wird .
235	 die Pl"ane f"ur eine Verst"arkung des Vietnam-Krieges bilden den Hauptteil der Haushalts"uberlegungen .
236	 Bundesvertriebenenminister Gradl hat vor dem Bundestag angek"undigt , da"s in seinem Ministerium bereits an einer 19. Novelle zum Lastenausgleichsgesetz gearbeitet wird .
237	 "uber den Inhalt des Gesetzentwurfs k"onne noch nichts gesagt werden , da zun"achst von einer objektiven Kommission , in der anerkannte Wirtschaftsforschungsinstitute mitwirken , die finanziellen Reserven des Lastenausgleichsfonds zuverl"assig ermittelt werden sollten .
238	 Gradl will noch im Dezember mit den L"andern "uber die Situation des Lastenausgleichs sprechen .
239	 in den Berliner Passierscheinstellen sind an den ersten drei Tagen , von Montag bis Mittwoch , insgesamt rund 150000 Antr"age abgegeben worden .
240	 in der Passierscheinstelle f"ur dringende Familienangelegenheiten werden verh"altnism"a"sig gro"sz"ugige Ma"sst"abe angelegt .
241	 zahlreiche West-Berliner , die wegen der zeitweiligen Schlie"sung dieser H"artestelle auf den Verwandtenbesuch hatten verzichten m"ussen , k"onnen ihren Besuch nachholen .
242	 aus Anla"s von Todesf"allen werden zum Beispiel Passierscheine bis zu einem Monat nach dem Todestag ausgestellt .
243	 bei lebensgef"ahrlichen Erkrankungen wird eine Frist von einer Woche nach Erhalt der Nachricht aus Ost-Berlin anerkannt .
244	 bei Geburten werden Passierscheine sogar bis zu drei Monaten nach dem Geburtstag ausgestellt , bei Eheschlie"sungen betr"agt die Frist einen Monat .
245	 mit Passierscheinen der H"artestelle d"urfen Besuche ausnahmsweise auch im Ost-Berliner Sperrgebiet an der Mauer stattfinden .
246	 bei Provinzial- und Kommunalwahlen in Italien , an denen am Sonntag 1,2 Millionen W"ahler beteiligt waren , hat sich das bisherige Bild im wesentlichen behauptet .
247	 die Christlichen Demokraten haben stellenweise Fortschritte und stellenweise R"uckschritte zu verzeichnen .
248	 auch die Stellung der Kommunisten blieb im gro"sen und ganzen unver"andert .
249	 leichte Verluste haben die Nenni-Sozialisten zu beklagen .
250	 sie wirkten sich zugunsten der von ihnen abgesplitterten Proletarischen Sozialisten aus .
251	 dagegen konnten die Sozialdemokraten Gewinne davontragen .
252	 in den drei Provinzen Viterbo , Pesaro und Vercelli , in denen gew"ahlt wurde , blieb die Mehrheitsbildung schwierig .
253	 in den drei Provinzen insgesamt ist ein R"uckgang der Parteien der linken Mitte von 55,6 auf 51,7 Prozent errechnet worden .
254	 nach einem Schiedsverfahren ist zwischen den Zahn"arzten und den Ersatzkassen ein neuer Honorarvertrag abgeschlossen worden .
255	 darin wird festgelegt , da"s als neue Geb"uhrenordnung die im April 1965 von der Bundesregierung eingef"uhrte neue amtliche Geb"uhrenordnung von den Ersatzkassen vom 1. Januar 1966 an "ubernommen wird .
256	 nach Ansicht der Ersatzkassen bedeutet dies eine Erh"ohung der Honorare der Zahn"arzte um nahezu 20 Prozent .
257	 zugleich ist eine stufenweise Erh"ohung des Punktwertes f"ur die Bewertung der zahn"arztlichen Leistungen vereinbart worden .
258	 das bayerische Innenministerium hat am Mittwoch erkl"art , da"s es seit dem 1. Oktober keine Abschiebungen von Fl"uchtlingen in kommunistische Staaten mehr gegeben habe .
259	 der Abschiebungsstopp f"ur Fl"uchtlinge , die illegal allein aus wirtschaftlichen Gr"unden in die Bundesrepublik gekommen sind , solle so lange aufrechterhalten werden , bis voraussichtlich im Dezember durch Beratungen die Ausf"uhrungsbestimmungen zu dem am 1. Oktober in Kraft getretenen neuen Ausl"andergesetz festgelegt seien .
260	 dabei werde dar"uber entschieden , ob in Zukunft grunds"atzlich alle , also auch die " nichtpolitischen " Fl"uchtlinge in der Bundesrepublik bleiben d"urften .
261	 am Schlu"s der viert"agigen Bundestagsdebatte , in der am Vormittag auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wehner sprach , hat der Bundeskanzler am Donnerstag angek"undigt , da"s er nach seinem Besuch bei Pr"asident Johnson am 18. Dezember zu Beginn des n"achsten Jahres mit Pr"asident de Gaulle und Ministerpr"asident Wilson sprechen werde .
262	 Erhard nannte die Zusammenarbeit mit allen Verb"undeten die Grundlage unserer Deutschland-Politik , wie diese , die Au"sen- und die Sicherheitspolitik , eine Einheit seien .
263	 wichtigste Aufgaben seien die Festigung der Nato , die deutsche Beteiligung an einer gemeinsamen nuklearen Verteidigung und Fortschritte in der europ"aischen Entwicklung .
264	 Erhard versicherte , er gehe mit klaren Vorstellungen "uber die deutschen Lebensfragen in die bevorstehenden internationalen Gespr"ache .
265	 er sprach von berechtigter und unberechtigter Kritik , die diese Debatte gebracht habe , in der sich jeder mit Ernst um die Sache bem"uht habe , abgesehen von politischen Angriffen aus zu durchsichtigen Motiven .
266	 der Versuch der Opposition , die Szene zum Tribunal werden zu lassen und den Bundeskanzler zum Pr"ugelknaben abzustempeln , sei gescheitert .
267	 der Bundeskanzler verwies in seinem Beitrag gegen"uber dem Vorwurf der Opposition , die Regierung tue nichts , auf die einschneidenden K"urzungen im Haushalt f"ur das n"achste Jahr , auf die Vorlage des Haushaltssicherungsgesetzes und auf seine Gespr"ache mit den Autoren des Gutachtens "uber die wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik am 13. und mit den Sozialpartnern am 14. Dezember , mit denen auch "uber die Frage der Arbeitszeit gesprochen werde .
268	 er legte dar , da"s es nicht mehr um Sorgen um den Wiederaufbau , sondern das "Uberdenken der Probleme einer modernen Industriegesellschaft gehe , das alle Fraktionen angehe , so da"s niemand nur im Nein verharren d"urfe .
269	 der Fraktionsvorsitzende der Unionsparteien , Barzel , zog die Bilanz der Debatte dahin , da"s die Bundesregierung das Recht habe , sich gest"arkt zu f"uhlen und der Kanzler mit solider Mehrheit an die Arbeit gehen k"onne .
270	 diese gute Aussprache habe die Klarheit gebracht , da"s die Au"senpolitik der Regierung in wichtigen Fragen von einer breiten Mehrheit im Parlament getragen werde .
271	 es sei gleicherma"sen klar , da"s gro"se Bereitschaft bestehe , den notwendigen Weg zu gehen , auch wenn er durch Durststrecken f"uhre .
272	 der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Erler sagte f"ur seine Fraktion : " wir g"onnen der Regierung jeden Erfolg f"ur unser Land " .
273	 der FDP-Fraktionsvorsitzende von K"uhlmann-Stumm wies darauf hin , da"s seine Partei diese Koalition gewollt habe und bereit sei , sie fortzusetzen , wobei die Koalitionspartner sich immer rechtzeitig verst"andigen m"u"sten .
274	 vor der Erkl"arung des Bundeskanzlers hatte Herbert Wehner sehr ausf"uhrlich vor dem Haus Ausf"uhrungen des CDU-Vorsitzenden Adenauer vor der Wahl zitiert , in denen Adenauer erkl"art hatte , die notwendigen Grundgesetz"anderungen zur Finanzreform , zur Notstandsverfassung und anderem bed"urften der Stimmen der SPD und somit des Zusammenstehens der beiden gro"sen Parteien .
275	 Wehner nannte diesen Aufsatz Adenauers sehr lesenswert : Adenauer habe gewu"st , da"s die SPD nicht einfach zum Appell befohlen werden d"urfe .
276	 aber trotz dieser Auffassungen Adenauers sei nun die jetzige Koalition gebildet worden .
277	 so seien auch Adenauers Erkl"arungen bei der Bildung der jetzigen Regierung nicht beachtet worden , da"s ein Kabinett koordiniert sein m"usse , nicht nur aus Ressortministern bestehen k"onnen und geschlossen sein m"usse nach den Richtlinien des Regierungschefs .
278	 dann hob Wehner Adenauers Ausspruch hervor , da"s bei einer Regierungsbildung oft die Weichen unwiderruflich gestellt w"urden , und sagte mehrmals " unwiderruflich , unwiderruflich " .
279	 die SPD wisse , da"s sie es mit einer Koalition zu tun habe , die als eine gemeinsame Fraktion gegen sie stehe .
280	 " wenn Sie an uns appellieren , werden wir Ihre Vorschl"age mit mikroskopischer Genauigkeit auf Neben- und Untert"one pr"ufen und uns nicht hereinlegen lassen " .
281	 Wehner kam auf dieses Thema zur"uck , als K"uhlmann-Stumm fragte , ob Wehners Worte dahin gedeutet werden k"onnten , die SPD wolle auf dem Umweg "uber die Verfassungs"anderung in die Koalition .
282	 Wehner rief dem Redner erregt zu : " haben Sie mich so mi"sverstanden ? .
283	 das ist unwiderruflich , und sie werden sehen , was das hei"st " .
284	 zu diesem Thema der sozialdemokratischen Opposition hatte Wehner in seiner Rede gesagt , die SPD werde anders als bisher gegen die Regierung opponieren und nach zwei Jahren Probezeit f"ur den Kanzler Erhard entfielen manche R"ucksichten , die bisher bestanden h"atten .
285	 " viele bei der Koalition m"ochten allerdings eine SPD , die sie als Verk"orperung des ewigen Nein abstempeln k"onnen " .
286	 auch in der SPD gebe es Neigungen zu versuchen , wie man st"arker werden k"onne .
287	 aber die Opposition stehe wie die Regierungsparteien in der Verantwortung zum Ganzen .
288	 " dies ist unser gemeinsamer Staat , niemand dr"angt uns wieder an den Rand dieses Staates oder gar hinaus aus diesem Staat " .
289	 dreizehn Millionen W"ahler h"atten ja zur SPD gesagt , und diese werde ihren eigenen Weg suchen und finden .
290	 Wehner meinte zur Au"senpolitik , bei der kommenden Entwicklung werde es mit der Eloquenz und der rhetorischen Geschmeidigkeit des Bundesau"senministers , so wertvoll sie seien , nicht getan sein .
291	 er bedauerte , da"s niemand auf die Vorschl"age des SPD-Abgeordneten Schiller eingegangen sei , da"s die Bundesregierung einen Bericht "uber die Lage in der Zone erstellen solle und da"s der Interzonenhandel ausgebaut werden m"usse .
292	 die SPD werde anders als bisher diese Frage zur Sprache bringen , wobei sie durchaus wissen werde , was es hei"se : " der Feind h"ort mit " .
293	 vor allem w"unschte Wehner , da"s die Bundesrepublik ihre Kraft daran setze , den europ"aischen Schuttberg abzur"aumen , denn die EWG werde im kommenden Jahr in eine noch h"artere Krise als die jetzige geraten .
294	 er bedauerte sehr , da"s der Kanzler sich geweigert habe , auf Fragen der Opposition zu antworten , und sagte : " die Stellung Erhards in Washington w"are st"arker , wenn er sich der Opposition gestellt h"atte " .
295	 eine " besonders spannende " Auseinandersetzung k"undigte Wehner zur Gesellschaftspolitik an .
296	 f"ur die SPD werde es darum gehen , die gesellschaftliche Ordnung in eine Harmonie zur freiheitlichen Staatsordnung zu bringen .
297	 er erinnerte an die Worte des fr"uheren DGB-Vorsitzenden B"ockler , nach denen die Gewerkschaften mehr als nur Tarif- und Lohnpartner sein wollten .
298	 heute k"onne man nicht , wie Bundesarbeitsminister Katzer am Vorabend , Mitbestimmung und Eigentumsbildung gegen"uberstellen .
299	 gesellschaftspolitische Probleme erster Ordnung ergeben sich nach Wehners Worten auch bei den Fl"uchtlingen und Vertriebenen .
300	 Wehner forderte einen Abbau der Kluft zwischen der Beweissicherung und den Leistungen f"ur die Sowjetzonenfl"uchtlinge .
301	 ein anderer Pr"ufstein f"ur die Zukunft werde bei der jetzigen Sachlage und den Mehrheitsverh"altnissen im f"unften Bundestag eine sachliche Er"orterung der Finanzreform sein .
302	 " erschrocken " zeigte sich Wehner "uber die Feststellung des Bundeskanzlers , die Nachkriegszeit sei zu Ende , und den gleich angef"ugten Hinweis , da"s Deutschland immer noch geteilt sei .
303	 Erhard habe wohl auf neue Schwierigkeiten in der deutschen Frage hinweisen wollen .
304	 die Erkl"arung des Kanzlers , die Wiedervereinigung sei nur zu erreichen , wenn die deutschen sowohl ihre Freunde als auch die vorl"aufig indifferenten und sogar gegnerischen M"achte f"ur sich interessieren k"onnten , sei ein wichtiger Hinweis .
305	 der Bundesau"senminister habe im Januar 1964 von St"urmen gesprochen , die um das deutsche Haus wehen w"urden .
306	 inzwischen habe man einen Vorgeschmack von diesen St"urmen bekommen .
307	 Wehner k"undigte an , da"s die Opposition k"unftig sogar m"oglicherweise regelm"a"sig au"senpolitische Debatten im Bundestag f"uhren wolle .
308	 Wehner wies auf die Einladung der polnischen Bisch"ofe an ihre deutschen Amtsbr"uder hin .
309	 schon diese Einladung zeige , wie sehr die au"senpolitischen Dinge in Bewegung geraten seien .
310	 die j"ungste Studie des gesch"aftsf"uhrenden Vorsitzenden des Kuratoriums Unteilbares Deutschland , Sch"utz , bezeichnete Wehner als lesenswert .
311	 sie behandele Fragen der politischen Strategie und versuche , bestimmte Aussagen zu machen .
312	 "uber alle diese Dinge m"usse gesprochen werden .
313	 Koalition und Opposition k"onnten sich in der deutschen Frage nicht gegenseitig zu "ubertrumpfen versuchen .
314	 " ein Blinder und ein Lahmer geben noch keinen Normalen " .
315	 Berlin bedeute nicht nur eine Pflicht , sondern auch eine M"oglichkeit .
316	 unter dem Beifall der Koalition entschuldigte sich Wehner f"ur seinen Zwischenruf am Dienstag , als er im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen "uber Berlin einige Abgeordnete der CDU/CSU einen " nihilistischen P"obelhaufen " genannt hatte .
317	 w"ortlich sagte Wehner : " hier erlaube ich mir , eine Bitte um Entschuldigung pers"onlich einzuf"ugen , weil ich mich durch einige Dinge , die Berlin betrafen , so hart habe hinrei"sen lassen , da"s sogar eine ganze Fraktion geglaubt hat , ich h"atte die Worte , die ich in meiner Bitterkeit ausgesto"sen habe , an eine ganze Fraktion ausgesprochen .
318	 ich bitte Sie deswegen um Entschuldigung .
319	 ich habe ja f"ur den Tatbestand selbst meinen Ordnungsruf nicht gekriegt , sondern auch genommen ; der geh"orte sich .
320	 ich kann nicht sagen , was das f"ur mich hie"s und sicher auch f"ur viele , wenn sie das miterlebt h"atten .
321	 ich habe eben so reagiert , wie ich bin .
322	 anders kann ich nicht " .
323	 zur Deutschland-Frage meinte Wehner , die Bundesregierung solle nicht wieder ein Wei"sbuch "uber die deutsche Frage schlechthin erstellen .
324	 sie solle sich eher auf ganz bestimmte , me"sbare Tatbest"ande dieser Frage konzentrieren .
325	 so w"are es wichtig , die Zeitspanne vom Jahreswechsel 1950/51 bis zum Juni 1964 zu schildern , also bis zum Moskauer Abkommen zwischen der Sowjetunion und der Zone .
326	 an Hand einer Darstellung der Entwicklung in dieser Zeit werde deutlich , da"s Moskau nicht einen Friedensvertrag wolle , sondern die Spaltung .
327	 wenn man eine solche Darstellung geben w"urde , " dann f"allt in der Welt bei einigen der Groschen " .
328	 Barzel sprach von einer gro"sen Rede Wehners und versicherte , da"s die Union die Kooperation aller in den gro"sen Fragen beim Fortbestand der jetzigen Koalition w"unsche , so da"s er Wehners Warnung vor dem Hinausdr"angen aus dem Staat nicht verstehe .
329	 Barzel meinte l"achelnd , in der Debatte habe die Opposition Strau"s und ihm manche Blumen gewunden .
330	 er stecke sie in das Bukett der CDU/CSU , dessen sch"onste Bl"ute nach wie vor Erhard sei .
331	 Barzel sagte , er nehme sein fr"uheres Wort " wir haben wieder eine Opposition " dahin zur"uck , da"s er das wieder streiche .
332	 " wir haben eine Opposition , aber wir haben keine Alternative " .
333	 K"uhlmann-Stumm sprach von bemerkenswerter Fairne"s , die diese Debatte bis auf Ausnahmen erwiesen habe , verwahrte sich dabei jedoch nachdr"ucklich dagegen , da"s Wehner die FDP als eine kapitalistische Partei habe verketzern wollen .
334	 K"uhlmann w"unschte eine baldige au"senpolitische Aussprache , da diese Themen in dieser Debatte zu kurz gekommen seien .
335	 er hoffte , da"s man die Franzosen zu einer Konferenz bringen k"onne und wies zur Deutschland-Politik wiederum auf die gemischten technischen Kommissionen hin .
336	 zu diesem Punkt hatte Barzel ausdr"ucklich der FDP daf"ur gedankt , da"s klargestellt worden sei , diese Kommissionen k"onnten nur in Verantwortung der vier M"achte entstehen .
337	 K"uhlmann-Stumm unterstrich die Bedeutung der Kanzlerreise nach Washington , wobei er bemerkte , in der Frage der nuklearen Verteidigung seien einige f"ur milit"arische , andere f"ur die politische L"osung , und diese solle die Grundlage der Diskussion bilden .
338	 als letzter Redner der langen Debatte sprach Erler , der SPD-Fraktionsvorsitzende , von einer Regierungserkl"arung , die kein Programm enthalten habe und keine Klarheit sowohl "uber die formierte Gesellschaft wie das Gemeinschaftswerk gebracht habe .
339	 das Wort Erhards in der Debatte " wir haben gehalten , was wir versprochen haben " hie"s Erler gespenstisch ; er sprach vom vergilbten Lorbeer , der dar"uber auch nicht mehr hinweghelfe .
340	 Erler kritisierte , da"s immer wieder versucht werde , die SPD anders darzustellen , als sie sei .
341	 sie sei weder der ewige Nein-Sager noch eine Kopie der CDU .
342	 zur Frage der Verfassungs"anderungen sagte Erler : " wer uns braucht , darf nicht nur punktuell mit uns sprechen " .
343	 Erler meinte , viele hofften auf eine " Lust der SPD an falschen Initiativen " , aber dieser Wunsch werde sich nicht erf"ullen .
344	 nachdem er die Rede des neuen Arbeitsministers Katzer f"ur sehr interessant erkl"art hatte , sagte er , er sei gespannt , wie Katzer f"ur seine Pl"ane eine Mehrheit in der Koalition erhalten k"onne .
345	 eindeutig machte der sozialdemokratische Sprecher die Koalition f"ur die Finanzmisere des Bundes verantwortlich , denn nicht die abgelehnten Antr"age der Opposition , sondern die von der Koalition angenommenen seien die Ursache .
346	 es erregte Aufmerksamkeit im Haus , als Barzel sagte , die Reden in der Debatte seien zu lang gewesen .
347	 er werde jetzt nie mehr l"anger als eine halbe Stunde sprechen ; denn in drei"sig Minuten k"onne alles gesagt werden .
348	 Erler zeigte sich skeptisch und wies darauf hin , da"s eine echte Debatte Rede und Gegenrede aufeinander folgen lassen m"usse ; aber f"ur die Koalition spr"achen drei Parteien und die Minister in dichter Folge .
349	 L"acheln fand im Haus die Bemerkung von Bundestagspr"asident Gerstenmaier , der keine Unterbrechung der Debatte w"unschte , zum Kanzler : " ich habe den Eindruck , da"s Sie den Wunsch haben , endlich zum Regieren zu kommen " .
350	 der britische Au"senminister Stewart ist am Donnerstag vom sowjetischen Ministerpr"asidenten Kossygin zu einer zweist"undigen " freundschaftlichen " Unterredung im Kreml empfangen worden .
351	 von sowjetischer Seite nahm auch Au"senminister Gromyko daran teil , der bereits am Dienstag und Mittwoch einen umfassenden Meinungsaustausch mit Stewart gef"uhrt hatte .
352	 am Donnerstagabend unterzeichneten die beiden Au"senminister im Spiridonowkapalais eine Konsularkonvention .
353	 dieses Abkommen sieht die M"oglichkeit weiterer Vereinbarungen "uber die gegenseitige Errichtung von Konsulaten au"serhalb der Hauptst"adte vor .
354	 man spricht davon , da"s England ein Generalkonsulat in Leningrad einrichten m"ochte .
355	 au"serdem verpflichtet die Konvention beide Partner , bei Verhaftungen sowjetischer oder britischer Staatsb"urger binnen drei Tagen die betroffene Regierung zu benachrichtigen .
356	 Stewart "au"serte sich ziemlich illusionslos "uber die M"oglichkeit eines Durchbruchs in den wichtigen Fragen der Ost-West-Beziehungen .
357	 er hofft jedoch auf das Zustandekommen des 1965 wegen der Vietnam-Ereignisse verschobenen Besuches von Premierminister Wilson in Moskau , wenigstens f"ur das kommende Jahr .
358	 seine Unterredung mit Kossygin l"oste bei Engl"andern in Moskau einen gewissen Optimismus hinsichtlich des erstrebten Nonproliferations-Abkommens aus .
359	 man meint , die M"oglichkeit herausgeh"ort zu haben , da"s die Sowjetunion ihre bisherige Ablehnung der multilateralen Nato-Atomstreitmacht " neu "uberdenken werde " .
360	 Stewart habe klargemacht , der britische Vorschlag bedeute nicht , da"s der deutsche Finger den Atomdr"ucker ber"uhre .
361	 es scheint , da"s Stewart die sowjetischen Erw"agungen "uber europ"aische Sicherheit und Deutschland mit folgenden Thesen beantwortete : 1. jedes Abkommen "uber europ"aische Sicherheit , das R"ustungsbeschr"ankungen oder Truppenverminderungen vorsieht , m"usse mit einer Kontrolle verbunden sein 2. ein st"andiges Konsultationsorgan der vier M"achte solle geschaffen werden .
362	 3. ein Abkommen "uber europ"aische Sicherheit d"urfe der deutschen Wiedervereinigung nicht hinderlich sein .
363	 Moskau lehnt jedoch weiterhin jede Vierm"achteverhandlung "uber die deutsche Wiedervereinigung ab .
364	 das Zonenregime entspreche , so behauptete Gromyko , dem Willen der dort lebenden Bev"olkerung .
365	 Stewart stellte fest , da"s die sowjetische Konzeption der Deutschland-Frage dem Potsdamer Abkommen widerspreche .
366	 fr"uher oder sp"ater m"usse Deutschland wiedervereinigt werden .
367	 Gromyko kritisierte , da"s die britische Regierung die amerikanische Politik in Vietnam unterst"utze .
368	 sie bedeute eine Verletzung der Genfer Indochina-Konvention .
369	 die Sowjetunion sei nicht befugt , Verhandlungen "uber die Einstellung des Krieges in Vietnam zu f"uhren .
370	 auf der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverb"ande in Bad Godesberg am Donnerstag hat Bundesarbeitsminister Katzer es als eine seiner wichtigsten Aufgaben bezeichnet , ein m"oglichst gutes Verh"altnis zu den verschiedenen sozialen Gruppen , vor allem den Sozialpartnern , herzustellen .
371	 dem Minister , der zum erstenmal nach der "Ubernahme seines Amtes auf einer offiziellen Veranstaltung der Unternehmer sprach , wurde von seinen Zuh"orern mehrfach lebhaft applaudiert .
372	 Katzer beschwor in einer temperamentvollen Ansprache die Unternehmer , sich mit den Gewerkschaften immer wieder an einen Tisch zu setzen und dabei an die Gestaltung der Zukunft zu denken , nicht aber gegenseitig aufzurechnen , was gestern war .
373	 die Aufgabe des Arbeitsministers sei es , diesen Dialog der einzelnen Gruppen vorurteilsfrei in Gang zu bringen .
374	 auch vor jedem Gewerkschaftskongre"s wolle er " mit Leidenschaft " f"ur diese Zusammenarbeit werben .
375	 zu grundlegenden sozialpolitischen Fragen "au"serte sich der Arbeitsminister , wie zu erwarten war , noch zur"uckhaltend .
376	 ein sozialpolitisches Programm , wie es ihm vorschwebe , brauche jedoch drei Voraussetzungen : erstens eine m"oglichst umfassende Auswertung wissenschaftlicher Untersuchungen und Erkenntnisse ; zweitens eine st"arkere Zusammenarbeit mit dem Sachverstand in den einzelnen Verb"anden ; drittens eine langfristige Programmierung der k"unftigen Aufgaben .
377	 bei der Behandlung aktueller Fragen zeigte der Arbeitsminister Verst"andnis f"ur den Wunsch der Unternehmer , eine weitere Verk"urzung der Arbeitszeit aufzuschieben : er forderte sie auf , mit dem Vorsitzenden der Metall-Gewerkschaft , Brenner , "uber diese Fragen zu reden .
378	 Brenner habe bereits einmal eine Arbeitszeitverk"urzung verschoben , was darauf schlie"sen lasse , " da"s er mit sich reden l"a"st " .
379	 seine Einstellung zur Mitbestimmung pr"azisierte Katzer nicht genau .
380	 er sprach sich nur gegen jede Mitbestimmung der Gewerkschaften aus , die eine Ver"anderung der gesellschaftlichen Ordnung zum Ziel hat .
381	 die Ausdehnung der Mitbestimmung war wiederum wichtigstes Diskussionsthema der Arbeitgebertagung .
382	 am Vortage hatte der Vorsitzende der Gesch"aftsf"uhrung der Robert Bosch GmbH , Merkle , in einem der vier Arbeitskreise festgestellt , da"s Mitwirken , Mitdenken , Mitgestalten die drei Stufen f"ur alle Arbeitnehmer seien , die mehr werden m"ochten als nur Lohnempf"anger .
383	 es mu"s nach Meinung Merkles verhindert werden , da"s "uber die Mitbestimmung au"serhalb des Betriebes stehende Kr"afte in die Unternehmensf"uhrung delegiert werden .
384	 Merkle wie auch der Vorsitzende des Arbeitskreises Mitbestimmung bei der Bundesvereinigung , Dr Schleyer , forderten die Unternehmer eindringlich auf , das Betriebsverfassungsgesetz , das sich bew"ahrt habe , konsequenter als bisher anzuwenden .
385	 auch die Belegschaft , so sagte Schleyer , verlange in einer modernen Zeit Rechenschaft von den Leitern des Unternehmens .
386	 Schleyer bedauerte , da"s Unternehmer aus dem Montanbereich , die sich negativ "uber die bisherigen Erfahrungen mit der dort praktizierten parit"atischen Mitbestimmung ge"au"sert haben , von den Gewerkschaften angegriffen und die Unternehmen zur Richtigstellung gezwungen worden seien .
387	 das deute darauf hin , da"s auf diesem Gebiet ein Recht der freien Meinungs"au"serung nicht mehr gegeben sei .
388	 der Pr"asident der Bundesvereinigung , Professor Balke , bekannte sich ausdr"ucklich zum partnerschaftlichen Verhalten gegen"uber den Gewerkschaften , das vor allem " in zwanglosen Kontakten " seinen Ausdruck finden solle .
389	 eine Mitbestimmung , wie sie den Gewerkschaften vorschwebe , k"onne jedoch kein Ausdruck partnerschaftlicher Zusammenarbeit sein .
390	 sie m"u"ste sogar die Grundlagen der Partnerschaft zerst"oren , weil sie das Gleichgewicht der Kr"afte zugunsten der Gewerkschaften vernichte .
391	 angesichts der bevorstehenden Lohnverhandlungen richtete er an die Mitgliedsverb"ande der Bundesvereinigung " die dringende Bitte " , sich mit Nachdruck allen Forderungen zu widersetzen , die die Wirtschaftskraft sch"adigen k"onnten .
392	 Lohnsteigerungsraten wie die des ablaufenden Jahres seien 1966 nicht mehr zu verantworten .
393	 rechne man zu Lohnforderungen von vornherein eine " Inflationsrate " hinzu , so k"onne man dadurch Preissteigerungen nur verewigen oder sogar beschleunigen .
394	 auch eine weitere Verk"urzung der Arbeitszeit nannte Balke unverantwortlich .
395	 Jean Monnet , einer der Baumeister der europ"aischen Gemeinschaften , hat sich am Donnerstag , drei Tage vor den franz"osischen Pr"asidentschaftswahlen , "offentlich zu dem Kandidaten der Mitte , Lecanuet , bekannt .
396	 Monnet sagte , de Gaulle gehe den " gef"ahrlichen Weg des "uberlebten Nationalismus " .
397	 das m"usse unausweichlich in den anderen Staaten Europas , vor allem in Deutschland , zur Wiedergeburt des Nationalismus f"uhren .
398	 Monnet sagte , er werde f"ur Lecanuet stimmen .
399	 Lecanuet vertrete die fortschrittlichen Kr"afte , die auf die Errichtung der vereinigten Staaten von Europa hinarbeiten .
400	 K"onig Hassan von Marokko hat am Donnerstag seinen knapp viert"agigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik beendet und ist am Nachmittag von D"usseldorf aus nach Marokko zur"uckgeflogen .
401	 auf dem Flughafen wurde er von dem nordrhein-westf"alischen Ministerpr"asidenten Meyers verabschiedet .
402	 vor seinem Abflug dankte K"onig Hassan dem deutschen Volk f"ur die erwiesene Gastfreundschaft und richtete ein Gru"swort an Berlin und den Regierenden B"urgermeister Brandt .
403	 er erkl"arte , aus Gr"unden , die " au"serhalb meines Bereiches liegen " , sei es ihm nicht m"oglich gewesen , Berlin einen Besuch abzustatten .
404	 " ich hoffe aber , bei einer anderen Gelegenheit nach dort zu kommen - ich w"unsche den Berlinern alles Gute " .
405	 Hassan hatte bereits am Donnerstagmorgen nach Marokko zur"uckfliegen wollen , sich dann aber noch entschlossen , den Vormittag zu einigen privaten Besuchen und Eink"aufen in D"usseldorf zu nutzen .
406	 der "osterreichische Bundeskanzler Klaus hat bei dem Besuch in New York bei den Vereinten Nationen auch ein l"angeres Gespr"ach mit dem italienischen Au"senminister Fanfani gef"uhrt , dem gegenw"artigen Pr"asidenten der UN-Vollversammlung .
407	 unter anderem wurde das S"udtirol-Problem angeschnitten .
408	 der politische Ausschu"s der UN-Vollversammlung in New York hat am Mittwoch bei Stimmenthaltung Frankreichs , Portugals und S"udafrikas einm"utig alle Staaten der Welt aufgefordert , Afrika als eine atomwaffenfreie Zone zu betrachten .
409	 in der von 28 afrikanischen Staaten eingebrachten Resolution wird die Freihaltung Afrikas von Kernwaffen als ein praktischer Schritt zur Verhinderung einer weiteren Atomwaffenverbreitung in der Welt und zu einer allgemeinen und vollst"andigen Abr"ustung bezeichnet .
410	 alle Staaten werden aufgefordert , auf die Anwendung von oder die Drohung mit Atomwaffen auf dem afrikanischen Kontinent zu verzichten und in Afrika Atomwaffen weder auszuprobieren noch herzustellen oder zu verteilen .
411	 an die Atomm"achte wird besonders appelliert , keine Kernwaffen und auch keine technischen Daten zur Herstellung von Atomwaffen an afrikanische Staaten zu geben .
412	 abweichend von einem Beschlu"s der Kultusministerkonferenz wird Nordrhein-Westfalen voraussichtlich vor der Verlegung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Herbst 1967 zwei Kurzschuljahre einschalten .
413	 der entsprechende einstimmige Beschlu"s des Kulturausschusses des D"usseldorfer Landtags bedarf allerdings noch der Zustimmung des Plenums .
414	 damit wird in diesem Land auch der Weg f"ur die stufenweise Einf"uhrung des neunten Schuljahres frei .
415	 die Initiative zu der D"usseldorfer Sonderregelung ging von der FDP aus .
416	 da sich in der vergangenen Woche die Vorsitzenden aller CDU-Landtagsfraktionen auf einer Tagung ebenfalls gegen die Regelung der Kultusministerkonferenz ausgesprochen hatten und f"ur die Einschaltung von zwei Kurzschuljahren eingetreten waren , ist die M"oglichkeit nicht auszuschlie"sen , da"s nunmehr auch andere Bundesl"ander Sonderl"osungen treffen .
417	 der Vorstand der Metall-Gewerkschaft hat sich am Donnerstag in Frankfurt bereit erkl"art , am 8. Dezember ein Gespr"ach mit dem Gesamtverband metallindustrieller Arbeitgeberverb"ande , "uber die tarifliche und wirtschaftliche Lage zu f"uhren , wie es Gesamtmetall vorgeschlagen hatte .
418	 die Gewerkschaft forderte die Arbeitgeberverb"ande auf , schon vor einem solchen Gespr"ach Tarifverhandlungen mit den Bezirksleitungen der Gewerkschaft aufzunehmen .
419	 "uber 28 Millionen wahlberechtigte Franzosen w"ahlen am Sonntag f"ur sieben Jahre den neuen Staatspr"asidenten .
420	 wenn keiner der sechs Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erh"alt , findet am 19. Dezember eine Stichwahl statt .
421	 in ihr kommen nur die zwei erfolgreichsten Bewerber des ersten Wahlgangs zum Zug .
422	 die Wiederwahl de Gaulles wird erwartet , aber selbst Gaullisten sprechen davon , da"s er im ersten Wahlgang doch nicht die erforderliche absolute Mehrheit erhalten k"onnte .
423	 in den Morgenstunden des Montags wird das vorl"aufige Ergebnis des ersten Wahlgangs bekanntgegeben .
424	 der neugew"ahlte Pr"asident tritt sein Amt am 8. Januar an .
425	 seit 1848 , als der sp"atere Kaiser Napoleon III mit gro"ser Mehrheit zum Pr"asidenten gew"ahlt wurde , hat Frankreich sein Staatsoberhaupt nicht mehr in allgemeiner Volkswahl ermittelt .
426	 auch de Gaulle ist Ende 1958 von etwa 80000 Wahlm"annern zum Pr"asidenten bestimmt worden .
427	 jetzt stellt er sich der Volkswahl , um nicht nur die Fortdauer seiner Amtszeit , sondern auch den Fortbestand des von ihm eingef"uhrten Regimes zu sichern .
428	 von den f"unf anderen Kandidaten sind Francois Mitterrand und Jean Lecanuet seine st"arksten Konkurrenten .
429	 Jean Louis Tixier-Vignancour , Pierre Marcilhacy und Marcel Barbu haben keine Aussicht , den zweiten oder auch nur dritten Platz zu erhalten .
430	 alle sechs Kandidaten haben ihre Thesen am Freitagabend zum letztenmal im Fernsehen verteidigt .
431	 der f"unfundsiebzigj"ahrige Charles de Gaulle hat seinen Wahlkampf mit der Hauptthese gef"uhrt , da"s die neue Republik zusammenbrechen m"usse , wenn ein anderer Kandidat gew"ahlt werde .
432	 das Regime habe auf allen Gebieten nicht nur gro"se Erfolge , sondern auch einen hohen Grad von Stabilit"at erreicht .
433	 endg"ultig gefestigt werde es , sagte der General , nur durch seine Wiederwahl .
434	 eine Niederlage w"urde einen R"uckfall in das Parteienchaos der Vierten Republik bedeuten und Frankreichs neu gefundene Unabh"angigkeit beenden .
435	 nur ein starker Pr"asident mit einer zusammenhaltenden Regierungsmehrheit k"onne die gro"sen Aufgaben nach innen und au"sen meistern .
436	 hinter de Gaulle stehen nicht nur die gaullistische " Union f"ur die neue Republik " ( UNR ) , sondern auch einflu"sreiche Pers"onlichkeiten aus allen Parteien .
437	 der neunundvierzigj"ahrige Francois Mitterrand will als Pr"asident nach Aufl"osung der Nationalversammlung eine Einheitsfront der Linken in Koalition mit Mittelgruppen an die Macht bringen .
438	 schon jetzt hat er den Boykott durchbrochen , den die demokratischen Parteien "uber die zuletzt 22 Prozent der W"ahler bindenden Kommunisten verh"angt hatten .
439	 auf Mitterrands Programm stehen die Abschaffung der Atomr"ustung , die ehrliche Mitarbeit in Europa und in der Nato , eine Initiative gegen die Weiterverbreitung der Atomwaffen , die Wiederherstellung der Gewaltenteilung im Staat , soziale Reformen und die Freigabe der Geburtenbeschr"ankung .
440	 der ehemalige Widerstandsk"ampfer ist in der Vierten Republik elfmal Minister gewesen .
441	 die st"arkste Unterst"utzung hat er bei Mendes-France , Guy Mollet und dem Kommunistenf"uhrer Waldeck-Rochet gefunden .
442	 der f"unfundvierzigj"ahrige Jean Lecanuet war volksrepublikanischer Parteivorsitzender und hat seinen Wahlkampf auf die Vereinigten Staaten von Europa als gleichberechtigten Partner im atlantischen B"undnis konzentriert .
443	 er will die junge Generation an die Verantwortung bringen , aber nicht das Schiff der F"unften Republik , sondern den Lotsen auswechseln .
444	 sein politisches Programm ist auf allen Gebieten bis in die Einzelheiten ausgearbeitet und l"a"st ihn als Mann der konservativen Mitte erkennen .
445	 f"ur ihn haben sich Jean Monnet , Maurice Faure , Pierre Pflimlin und auch M"anner der Rechten bis zu Jacques Soustelle ausgesprochen .
446	 Lecanuet gilt als der geistige Erbe Robert Schumans und wird von seinen Anh"angern als der Kennedy der Franzosen angesehen .
447	 der f"unfundf"unfzigj"ahrige Senator Pierre Marcilhacy ist als einziger der Kandidaten mit 2,01 Meter von gr"o"serer Statur als der neun Zentimeter kleinere de Gaulle .
448	 sein Programm ist die Wiederherstellung der Verfassung von 1958 , die dem Pr"asidenten nur eine Schiedsrichterrolle , nicht aber die absolute Leitung der franz"osischen Politik zuweist .
449	 seine M"a"sigung bei allen politischen Entscheidungen und sein menschliches Format haben ihm viele Sympathien erworben .
450	 der achtundf"unfzigj"ahrige Salan-Verteidiger Tixier-Vignancour hat seinen Wahlkampf schon vor eineinhalb Jahren begonnen und auf einen r"ucksichtslosen Kampf gegen die pers"onliche Macht de Gaulles konzentriert .
451	 er tritt wie alle Oppositionskandidaten f"ur die Integration Europas und eine entschiedene Mitarbeit in der Nato ein und sucht seine Anh"anger vor allem bei der "au"sersten Rechten und den entt"auschten Algerien-Franzosen .
452	 seine Forderung auf eine allgemeine Amnestie ist auch die der anderen Oppositionskandidaten .
453	 der achtundf"unfzigj"ahrige Marcel Barbu f"uhlt sich als Anwalt der kleinen Leute gegen alle "Ubergriffe des Staates , konzentrierte seine Reden auf die Notwendigkeit einer besseren Wohnungs- und Familienpolitik und will dem kleinen Mann mehr Ber"ucksichtigung in der allgemeinen Politik verschaffen .
454	 seine Aufrichtigkeit ist unbestritten .
455	 da"s er "uberhaupt Kandidat werden konnte , hat M"angel des Schemas der Pr"asidentenwahlen aufgezeigt , bei denen jeder Franzose kandidieren kann , der hundert einigerma"sen angesehene "ortliche Volksvertreter hinter sich bringt .
456	 der Verlauf des Wahlkampfes hat alle Vermutungen widerlegt , da"s die Franzosen nach sieben Jahren gaullistischen Regimes keine politischen Interessen mehr h"atten .
457	 nie waren die Wahlversammlungen so stark besucht wie in den vierzehn Tagen der "offentlichen Wahlkampagne , und das Erscheinen der Oppositionskandidaten im staatlichen Fernsehen und Rundfunk hat eine " Revolution " hervorgerufen , die das Bild der Meinungsbildung und auch die Aussichten der Kandidaten einschneidend ver"anderten .
458	 die Praxis der staatlichen gesteuerten Massenmedien , Oppositionspolitiker nur am Rande zu Wort kommen zu lassen , und alle Nichtgaullisten als M"anner der Vergangenheit und hilflose Nein-Sager erscheinen zu lassen , ist drastisch ad absurdum gef"uhrt worden .
459	 ein Mann wie Lecanuet , den vor vier Wochen nur wenige Franzosen kannten , ist pl"otzlich zur neuen Kraft in der politischen Struktur Frankreichs geworden .
460	 seine Gegen"uberstellung zu de Gaulle hat das Generationsproblem in der franz"osischen Politik brennend aktuell gemacht .
461	 diese Publizit"at f"ur die bisher verdr"angten Oppositionsf"uhrer hat das gaullistische Regime in die Enge getrieben und zu einem Kurswechsel mitten im Wahlkampf gezwungen .
462	 de Gaulle mu"ste seine Absicht "andern , nur am Ende des Wahlkampfes noch einmal zum Volk zu sprechen , und die Minister der Regierung , denen zun"achst Diskretion empfohlen worden war , haben in der zweiten H"alfte des Wahlkampfes in "offentlichen Reden mit einer H"arte in die Diskussion eingegriffen , die der Sache de Gaulles nicht immer Nutzen brachte .
463	 von zahlreichen Rundfunkdiskussionen , die von den privaten Anstalten organisiert wurden , hat ein in mehreren Sendungen fortgesetztes Gespr"ach zwischen Mendes-France und Michel Debre das gr"o"ste Aufsehen erregt und das h"ochste Niveau gehabt .
464	 hier ging es vor allem um die Teilung der Gewalten , wo Debre den unbedingten Vorrang der Exekutive verlangte .
465	 Mendes-France forderte dagegen , der Vierten Republik mit ihrer Parlamentsherrschaft m"usse ebenso wie der F"unften Republik mit der Herrschaft eines einzigen Mannes ein ausgeglichenes System gegen"ubergestellt werden , das Stabilit"at mit demokratischer Meinungsbildung vereine .
466	 zum Deutschland-Problem wurde in dieser Diskussion wie in fast allen Wahlkundgebungen gesagt , ein voll souver"anes Deutschland mit Zugang zu Atomwaffen sei f"ur Frankreich untragbar .
467	 die Gaullisten sahen die L"osung in diskriminierenden Ma"snahmen gegen die Bundesrepublik , s"amtliche Oppositionskandidaten in der europ"aischen Integration .
468	 die Schlu"sfolgerung , die man aus den wichtigsten Diskussionen des Wahlkampfes ziehen kann , ist die Erkenntnis , da"s auch bei der erwarteten Wiederwahl de Gaulles die Zukunft der F"unften Republik in ihrer jetzigen Form noch nicht f"ur alle Zeiten gesichert ist .
469	 erst wenn de Gaulle , der dem Regime seinen Stempel aufgedr"uckt hat , einen Nachfolger erhalten mu"s , wird sich herausstellen , ob die F"unfte Republik in ihren jetzigen Strukturen ohne den General lebensf"ahig ist .
470	 die Propagandabehauptung , da"s es nur einen Kandidaten der Nation neben einer Reihe von Parteikandidaten gebe , hat sich bereits als falsch herausgestellt , seit selbst Gaullisten von der M"oglichkeit einer Stichwahl sprechen .
471	 die nichtgaullistischen Str"omungen in Frankreich haben sich w"ahrend des Wahlkampfes best"atigt und formiert .
472	 die sp"atere Form des franz"osischen Staatsaufbaus nach de Gaulle bleibt weiter im ungewissen .
473	 da"s die beiden wichtigsten Oppositionskandidaten in der "Offentlichkeit als Vertreter der Jugend gegen einen verdienstvollen und alles "uberragenden f"unfundsiebzigj"ahrigen Pr"asidenten in Erscheinung traten , verf"alschte allerdings das Bild etwas .
474	 die von den Gaullisten gewollte Abwicklung des Wahlkampfes verh"ullte die Tatsache , da"s auch im gaullistischen Lager M"anner zu finden sind , die , wie Michel Debre , Jacques Chaban-Delmas und Georges Pompidou , ebenfalls einer j"ungeren Generation angeh"oren und bereit sind , einmal das Erbe des Generals anzutreten .
475	 die Wahllokale werden in ganz Frankreich am Sonntag um acht Uhr ge"offnet und grunds"atzlich um 19 Uhr geschlossen .
476	 nur in Paris und Umgebung dauert die Wahl bis zwanzig Uhr .
477	 alle Wahlergebnisse werden vom Verfassungsrat gepr"uft und dann vom Innenministerium bekanntgegeben .
478	 die letzten Vorbereitungen zum Start des Raumschiffes Gemini 7 , der f"ur Samstag vorgesehen ist , werden auf dem Rakentenversuchsgel"ande Kap Kennedy von d"usteren Prognosen der Meteorologen "uberschattet , die bef"urchten , da"s eine ausgedehnte Regenfront den Startplatz nicht rasch genug "uberquere .
479	 dennoch verlaufen alle Arbeiten planm"a"sig .
480	 nach dem kuriosen Scheitern des letzten Experiments mit der Raumkapsel Gemini 6 Ende Oktober , bei dem die Atlas-Agena-Zielrakete ins Meer st"urzte und die Raumkapsel gar nicht mehr zu starten brauchte , setzten die Amerikaner alle Hoffnung auf dieses neue , bisher gr"o"ste Experiment in der bemannten Raumfahrt .
481	 unmittelbar nach dem Start von Gemini 7 mu"s die f"ur Gemini-Raumschiffe einzige vorhandene Startrampe in bisher ungewohnter Eile repariert und f"ur den Start des zweiten Raumschiffes , Gemini 6 , pr"apariert werden .
482	 am 13. Dezember , sp"atestens am 14. Dezember , soll Gemini 6 auf jene Umlaufbahn geschossen werden , auf der Gemini 7 schon neun oder zehn Tage kreisen wird .
483	 beide Raumschiffe werden versuchen , sich bis auf wenige Meter zu n"ahern und f"ur einige Stunden gemeinsam im Formationsflug die Erde zu umkreisen .
484	 Gemini 6 wird vor dem anderen Raumschiff wieder landen .
485	 die Aufgaben beider Raumschiffe sind unterschiedlich .
486	 Gemini 7 soll prim"ar einen Zeitrekord erfliegen .
487	 die Astronauten Borman und Lovell werden w"ahrend ihres 14 bis 15 Tage w"ahrenden Fluges allen erdenklichen medizinischen und physiologischen Tests unterworfen .
488	 die Besatzung des Raumschiffes Gemini 6 hingegen , Walter Schirra und Thomas P. Stafford , hat vorwiegend technische Aufgaben zu l"osen , zu denen der schwierige Versuch des Rendezvous geh"ort .
489	 alle vier Astronauten haben den Diplomingenieurtitel in der Tasche .
490	 der Chefpilot von Gemini 7 , Frank Borman , ist 37 Jahre alt und im " Nebenberuf " Major der US-Luftwaffe .
491	 "uber 3600 Stunden hat er schon im Cockpit von D"usenflugzeugen gesessen .
492	 jahrelang lehrte er Thermodynamik und fortgeschrittenes Pilotentraining an Milit"arschulen , bis er im September 1962 in die Astronautenmannschaft aufgenommen wurde .
493	 Borman ist verheiratet und hat zwei S"ohne im Alter von 14 und 12 Jahren .
494	 sein Begleiter , der 37 Jahre alte Kapit"anleutnant James A. Lovell , begann zusammen mit Borman das Astronautentraining .
495	 als Marineflieger "uberwachte er das Produktionsprogramm des schnellsten US-D"usenj"agers " Phantom " .
496	 in der Nasa "ubernahm Lovell das Ressort f"ur die Entwicklung von Mondlandeger"aten .
497	 seine zwei T"ochter und ein Sohn sind 12 , 10 und 7 Jahre alt .
498	 er sieht w"ahrend seines Fluges Vaterfreuden entgegen .
499	 Walter M. Schirra jr ist mit 42 Jahren der "alteste Astronaut des Doppelunternehmens und zugleich ein Raumfahrtveteran .
500	 er wird an den Kontrollger"aten von Gemini 6 sitzen .
501	 im Oktober 1962 ist Schirra mit dem Raumschiff Sigma 7 schon sechsmal um die Erde geflogen .
502	 nach zwei Mig-Absch"ussen in Korea wurde der Marineflieger hoch dekoriert .
503	 Schirra ist Kapit"an zur See und hat eine Tochter und einen Sohn .
504	 Thomas P. Stafford ist mit 35 Jahren der j"ungste Pilot der Vierermannschaft .
505	 der Luftwaffenmajor war schon in der Bundesrepublik stationiert .
506	 wie Borman hat er schon "uber 3600 D"usenflugstunden hinter sich .
507	 als einer der Direktoren der Luftwaffenforschungsschule in Kalifornien hat er mehrere Lehrb"ucher "uber Testpiloten verfa"st .
508	 er ist verheiratet und hat zwei T"ochter .
509	 die Vereinigten Staaten sind bereit , jederzeit und an jedem Ort an einer Konferenz "uber Vietnam teilzunehmen .
510	 dies erkl"arte der amerikanische Au"senminister Rusk in einer Rede in Saint Louis .
511	 vorher hatte er nach seinen Unterredungen mit Pr"asident Johnson auf dessen Farm in Texas angedeutet , da"s Amerika an einer neuen Genfer S"udostasien-Konferenz teilnehmen w"urde , wie sie der britische Au"senminister Stewart w"ahrend seiner Gespr"ache in Moskau gefordert habe .
512	 allerdings sind die Aussichten f"ur eine neue Friedensinitiative nicht viel gr"o"ser geworden , denn die Sowjetunion weigert sich , wie der britische Au"senminister Stewart in Moskau erkl"arte , seinen Vorschlag anzunehmen .
513	 Stewart sagte , die Sowjetunion sei der Ansicht , da"s sie nicht bevollm"achtigt sei , f"ur Nordvietnam zu verhandeln .
514	 Rusk hingegen hob hervor : " wir sind bereit , an einer Konferenz "uber S"udostasien oder jedes der damit zusammenh"angenden Gebiete teilzunehmen " .
515	 England und die Sowjetunion seien die beiden Vorsitzenden der Genfer Konferenz von 1954 gewesen , die den Indochina-Krieg beendete .
516	 Hanoi und Peking h"atten klargestellt , da"s Genf ein besserer Ort f"ur eine Friedenskonferenz sei als die Vereinten Nationen .
517	 in einer kurzen Ansprache an die Jahresversammlung des Rates der Gesch"aftsleute in Washington hatte Johnson vorher wiederholt , der Friede in Vietnam k"onne erzielt werden , wenn die Staatsm"anner in anderen Hauptst"adten dazu bereit seien .
518	 am Freitag hat Johnson mit Verteidigungsminister McNamara die Kriegslage er"ortert .
519	 nur zwei Tage vor der Erh"ohung hatte Rusk erkl"art , da"s Amerika jede Woche in Kontakt mit Nordvietnam stehe , Hanoi aber keinerlei Verhandlungsbereitschaft gezeigt habe .
520	 das Pentagon rechnet zur Zeit mit der Notwendigkeit einer Erh"ohung amerikanischer Truppen in S"udvietnam auf "uber 300000 Mann , um dem sich st"andig versch"arfenden Landkrieg zu begegnen .
521	 die Luftangriffe auf Ziele in Nordvietnam sollen erh"oht , das Fl"achenbombardement der Vietcongstellungen im S"uden um ein Vielfaches gesteigert werden .
522	 das Ergebnis der Besprechungen Stewarts in Moskau kommt f"ur Washington nicht "uberraschend : aus den st"andigen diplomatischen Kontakten mit der Sowjetunion wei"s man hier , da"s diese eine Vermittlung im Vietnam-Konflikt ablehnt und weiterhin eine Friedenskonferenz unter Beteiligung Nordvietnams und der " Nationalen Befreiungsfront " des Vietcong im S"uden als Vorbedingung ansieht .
523	 die amerikanischen Forderungen f"ur eine Friedenskonferenz haben sich in dem Ma"s versch"arft , als der Krieg zu direkten Gefechtsber"uhrungen amerikanischer mit nordvietnamesischen Einheiten f"uhrte .
524	 Washington ist jetzt nicht mehr bereit , Vertreter des Vietcong Stellungen in einem s"udvietnamesischen Nachkriegskabinett einzur"aumen .
525	 Hanoi verlangt den vollen Abzug aller amerikanischen Truppen aus S"udvietnam und danach das Abhalten von Wahlen .
526	 Amerika besteht auf der Unabh"angigkeit S"udvietnams als Grundpfeiler jeder Friedensregelung .
527	 es steht vor der Tatsache , da"s monatlich mindestens zwei regul"are nordvietnamesische Regimenter in S"udvietnam eingesetzt werden .
528	 die von Rusk verk"undete Friedensbereitschaft paart sich mit der Besorgnis , da"s mit massivem Eingreifen Nordvietnams und chinesischer Unterst"utzung die Korea-Kriegslage wiederentstehen k"onne .
529	 eine Reihe amerikanischer Ostasien-Fachleute im Au"senministerium f"urchten , da"s eine Fortsetzung der Kriegsanstrengungen den Zusammensto"s Amerikas mit China unvermeidlich mache .
530	 sie gehen von der bisherigen Annahme aus , da"s Peking den direkten Konflikt ebenso scheue wie Washington .
531	 sie warnen aber davor , da"s dieser nur Monate entfernt sein k"onne .
532	 der britische Au"senminister Stewart hat am Freitag seinen f"unft"agigen Staatsbesuch in der sowjetischen Hauptstadt beendet und ist mit seiner Begleitung im Flugzeug nach London zur"uckgekehrt .
533	 am Vormittag traf er noch einmal Au"senminister Gromyko und einigte sich mit ihm "uber ein gemeinsames Kommunique .
534	 anschlie"send berichtete er in der britischen Botschaft vor Journalisten "uber die Ergebnisse seiner Verhandlungen .
535	 er erkl"arte , er habe ein " offenes " Gespr"ach mit Staatsoberhaupt Mikojan , einen " freundschaftlichen " Gedankenaustausch mit Ministerpr"asident Kossygin und drei sachliche Verhandlungen mit seinem Kollegen Gromyko gehabt .
536	 benutzte Stewart eine Ansprache im Moskauer Fernsehen am Donnerstagabend , um der sowjetischen "Offentlichkeit noch einmal eine gemeinsame Initiative zur Beilegung des Vietnam-Krieges vorzuschlagen - einen Appell zur Einberufung einer Friedenskonferenz - , so fand diese Anregung bei der Sowjetregierung jedoch keinen Widerhall .
537	 im "ubrigen verteidigte er die amerikanische S"udostasien-Politik und wies auf den Zusammenhang zwischen den Bombardements und den milit"arischen Operationen Hanois gegen S"udvietnam hin .
538	 die Vereinigten Staaten k"onnten ihre Angriffe nicht einstellen , wenn nicht zugleich auch die milit"arischen Aktionen Nordvietnams aufh"orten .
539	 optimistisch "au"serte sich Stewart "uber die M"oglichkeit einer Moskau-Reise von Premierminister Wilson im n"achsten Jahr , obwohl das Datum daf"ur noch nicht vereinbart werden konnte .
540	 Stewart dr"uckte die Hoffnung aus , da"s es im Anschlu"s an diesen Besuch auch zu der grunds"atzlich schon seit langem zugesagten Reise des sowjetischen Ministerpr"asidenten Kossygin nach England komme .
541	 er stellte im "ubrigen keine Ver"anderung des bisherigen sowjetischen Standpunktes in den entscheidenden Fragen der Weltpolitik fest .
542	 aber er zeigte sich erfreut , da"s die Sowjetunion dem Plan eines Nonproliferationsabkommens gr"o"stes Interesse entgegenbringt .
543	 "uber einen Entwurf zu diesem Abkommen h"atte man bereits in Genf diskutiert .
544	 Moskau sei bereit , die Diskussion dar"uber auf diplomatischen Kan"alen fortzusetzen .
545	 dabei sprach der Au"senminister die Ansicht aus , man m"usse bei der Fassung des Textes die sowjetischen Bedenken ber"ucksichtigen .
546	 ungeachtet der Weiterf"uhrung des Vietnam-Krieges sieht Stewart eine Chance f"ur das Zustandekommen einer derartigen Vereinbarung .
547	 von einer Koppelung mit der L"osung der deutschen Frage war allerdings bei ihm nicht die Rede .
548	 Stewart verteidigte erneut die Nato-Pl"ane "uber eine multilaterale Atomstreitkraft .
549	 es sei keinesfalls beabsichtigt , da"s Deutschland oder irgendein anderes Land ohne Atomwaffen selbst eine Entscheidung "uber den Einsatz von Kernwaffen treffen k"onne .
550	 " man braucht diese M"oglichkeit nicht so sehr zu f"urchten " , erkl"arte er .
551	 f"ur die britische Regierung sei das von der Sowjetunion jetzt aufgeworfene Problem der europ"aischen Sicherheit eng verkn"upft mit der Zukunft Deutschlands und seiner Wiedervereinigung .
552	 im Potsdamer Abkommen h"atte man beschlossen , Deutschland als eine Einheit zu behandeln und ihm einen Friedensvertrag zu geben .
553	 ginge man diesen Weg , so w"urden die Schwierigkeiten mit den Grenzen vermieden .
554	 die britische Regierung erkenne an , da"s die Russen gewisse Bef"urchtungen gegen"uber den Deutschen hegten .
555	 er glaube aber nicht , da"s ihre Politik geeignet w"are , sie zu beheben .
556	 schlie"slich trat Stewart f"ur die Bildung eines Vierm"achteorganes ein , um diese Frage zu studieren .
557	 auf dieser Grundlage , meinte er , lie"se sich ein Fortschritt in der Gew"ahrleistung der europ"aischen Sicherheit erzielen .
558	 die norddeutschen K"ustenl"ander lehnen den sogenannten Sieben-L"ander-Plan des nordrhein-westf"alischen Ministerpr"asidenten Meyers ab .
559	 wenn Meyers meine , da"s nur sieben statt elf Bundesl"ander in der Lage seien , ihre finanziellen Verpflichtungen zu erf"ullen , so sei das eine private "Au"serung , erkl"arte Bremens Zweiter B"urgermeister und Innensenator Koschnick am Freitag .
560	 zu den Vorschl"agen , Bremen m"usse mit Niedersachsen und Hamburg mit Schleswig-Holstein zu einer leistungsf"ahigen Wirtschafts- und Verwaltungseinheit zusammengefa"st werden , sagte Koschnick weiter , weder Bremen noch Niedersachsen w"urde einer solchen Verschmelzung zustimmen .
561	 der nieders"achsische Ministerpr"asident Diederichs bezeichnete Meyers Plan als " nicht diskutabel " .
562	 die Regierungschefs der Hansest"adte Hamburg und Bremen , Weichmann und Dehnkamp , nannten ihn nicht aktuell .
563	 die Sprecher der norddeutschen K"ustenl"ander verweisen einm"utig auf den vor zehn Jahren von der Bundesregierung eingesetzten " Studienausschu"s zur Neugliederung des Bundesgebietes " , in dessen Gutachten Hamburg und Bremen die Notwendigkeit der Selbstst"andigkeit bescheinigt wurde .
564	 nach einem Bericht von Staatssekret"ar Sch"afers vom Bundesinnenministerium hat das Bundeskabinett den Bundesinnen- und den Bundesfinanzminister beauftragt , mit dem Haushaltsausschu"s des Bundestages die Voraussetzungen f"ur die Bewerbung M"unchens um die Olympischen Spiele 1972 zu er"ortern .
565	 der Bundespressechef betonte am Freitag vor der Presse , die Regierung wolle in keiner Weise die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees beeinflussen .
566	 es gehe jetzt darum , die Grundlagen f"ur die Bewerbung zu schaffen .
567	 dabei handle es sich um einen betr"achtlichen finanziellen Aufwand .
568	 der Regierungssprecher nannte zwar keine Zahlen , wies jedoch auf die in M"unchen genannte Zahl von f"unfhundert Millionen Mark hin und meinte , es k"onne auch mehr werden .
569	 auf jeden Fall m"ussen sich mit dem Bund auch die L"ander und die Gemeinden beteiligen ; aber bei der angespannten Lage der "offentlichen Haushalte m"u"sten auch neue unkonventionelle Finanzierungsmittel erschlossen werden .
570	 das Kabinett denkt deswegen an Beitr"age aus Lotto und Toto , an einer Sonderbriefmarke und einen Olympiapfennig , um diese " nationale Aufgabe " , wie der Pressechef sagte , bew"altigen zu k"onnen .
571	 die seit langem geplante Flugverbindung zwischen Frankfurt am Main und Moskau wird wahrscheinlich vorl"aufig nicht zustande kommen .
572	 die sowjetische Antwort auf die deutsche Note vom 27. August , in der die baldige Aufnahme von Regierungsverhandlungen "uber den deutsch-sowjetischen Luftverkehr vorgeschlagen worden war , ist zwar vor kurzem endlich in Bonn eingegangen , doch scheint ihr Inhalt entt"auschend .
573	 die Pr"ufung durch die zust"andigen Stellen ist allerdings noch nicht beendet .
574	 aus informierten Kreisen in Bonn war jedoch zu erfahren , da"s in der Note Dinge st"unden , die Verhandlungen mit Moskau "uber dieses Thema zur Zeit als wenig aussichtsreich erscheinen lie"sen .
575	 der Haushaltsausschu"s des Bundestages wird am Montag mit den Beratungen "uber das Haushaltssicherungsgesetz beginnen .
576	 damit soll sichergestellt werden , da"s das Plenum noch in der kommenden Woche endg"ultig beschlie"sen kann .
577	 die Beratungen sind in einem Koalitionsgespr"ach vorbereitet worden , das unter der Leitung von Bundeskanzler Erhard stand und an der neben den Ministern Dahlgr"un , Westrick und Stoltenberg ma"sgebliche Abgeordnete der beiden Koalitionsfraktionen teilnahmen .
578	 es wurde auch eine l"angerfristige Haushaltspolitik er"ortert .
579	 der Sprecher der Bundesregierung sagte , die k"unftigen Aufgaben k"onnten nur in einer l"angerfristigen Haushaltspolitik bew"altigt werden .
580	 in dem Gespr"ach hat der Vorsitzende der Unionsfraktion , Barzel , noch einmal die Freien Demokraten ermahnt , die Vorlage der Regierung trotz mancher Bedenken im Bundestag zu unterst"utzen .
581	 etwa 28,2 Millionen Franzosen , darunter "uber eine halbe Million Jungw"ahler , haben am Sonntag Gelegenheit gehabt , ihre Stimme f"ur einen der sechs Pr"asidentschafts-Kandidaten abzugeben , die sich um das h"ochste Staatsamt Frankreichs bewerben .
582	 da"s der bisherige Pr"asident de Gaulle in diesem ersten Wahlgang die h"ochste Stimmenzahl erreichen werde , ist von niemandem ernsthaft bezweifelt worden .
583	 die Frage , auf die sich am Sonntag alle Voraussagen zuspitzten , war die , ob de Gaulle schon am ersten Wahltag "uber f"unfzig Prozent der abgegebenen Stimmen und damit die sofortige Wiederwahl erreichen w"urde oder ob er mit einer nur relativen Mehrheit sich am 19. Dezember erneut gegen den st"arksten seiner beiden wichtigsten Konkurrenten , Francois Mitterand und Jean Lecanuet , zur Stichwahl stellen m"usse .
584	 die Meinungsforscher konnten wenig dazu beitragen , das Dunkel zu kl"aren , das "uber dem Ausgang des ersten Wahlganges lag .
585	 aus einer Umfrage des naturgem"a"s nicht unparteiischen franz"osischen Innenministeriums ging hervor , da"s de Gaulle schon an diesem Sonntag 54 Prozent der abgegebenen Stimmen , Mitterrand 24 Prozent und Lecanuet 15 Prozent erhalten w"urde .
586	 obwohl 30 Prozent der W"ahler bei dieser Umfrage noch als unschl"ussig ermittelt wurden , war ein klarer Sieg de Gaulles im ersten Wahlgang die logische Folgerung des Innenministeriums .
587	 das der Gallup-Gruppe angeh"orende Institut IFOP ermittelte dagegen 43 Prozent mutma"slicher W"ahler f"ur de Gaulle , 27 Prozent f"ur Mitterrand und 20 Prozent f"ur Lecanuet .
588	 dies Ergebnis kam einer unvermeidlichen Stichwahl gleich .
589	 ein drittes Meinungsforschungsinstitut - SOFRES - erwartete f"ur de Gaulle 49 Prozent , f"ur Mitterrand 26,5 Prozent und f"ur Lecanuet 17,5 Prozent der abgegebenen Stimmen , was mit den vermuteten 5,5 Prozent f"ur Tixier-Vignancour , 1 Prozent f"ur Marcilhacy und 0,5 Prozent f"ur Barbu ebenfalls auf die M"oglichkeit einer Stichwahl schlie"sen l"a"st .
590	 obwohl mit Ausnahme des sonnigen S"udens "uberall in Frankreich regnerisches Wetter herrschte , schien die Wahlbeteiligung in den Nachmittagsstunden recht hoch zu sein .
591	 zu gro"sen Zwischenf"allen ist es weder am Samstag , an dem der offizielle Wahlkampf schon zu Ende war , noch am Sonntag gekommen .
592	 die ersten W"ahler waren wie immer J"ager , Skil"aufer , Hausfrauen und Ordensangeh"orige .
593	 die Endergebnisse des ersten Wahlganges wurden f"ur die fr"uhen Morgenstunden des Montags erwartet .
594	 der am Sonntagmorgen von seinen Gespr"achen mit den Regierungschefs von Sambia , Kenia und Tansania , Kaunda , Kenyatta und Nyereere nach London zur"uckgekehrte Minister f"ur Commonwealth-Beziehungen , Bottomley , hat best"atigt , da"s Sambia sich geweigert hat , das Angebot britischer Bodentruppen zu akzeptieren .
595	 Pr"asident Kaunda will nach der Auskunft Bottomleys keine Truppen in Sambia .
596	 er hat von der britischen Regierung gefordert , da"s die Truppen in Rhodesien stationiert werden .
597	 der britische Minister hat im Auftrag des Kabinetts diese Forderung mit dem Argument abgelehnt , da"s ein "Ubertreten britischer Truppen auf die rhodesische Seite des Sambesi Krieg bedeute , der schwere Ersch"utterungen in ganz Afrika zur Folge haben m"usse .
598	 Bottomley hat Kaunda dar"uber unterrichtet , da"s nach britischen Informationen das Kariba-Kraftwerk und der Damm mit Sprengladungen versehen seien .
599	 jede milit"arische Intervention werde daher auf unabsehbare Zeit gerade die Folgen haben , die Kaunda vermeiden wolle .
600	 zu dem kurzfristigen Ultimatum der 35 afrikanischen Staaten an Gro"sbritannien , bis zum 15. Dezember Rhodesien auf die Knie zu zwingen , sagte Bottomley , es w"are unklug , eine solche Warnung nicht ernst zu nehmen .
601	 aber zu der von einigen der neun afrikanischen Mitgliedstaaten ausgesprochenen Drohung , das Commonwealth zu verlassen , meinte er , das Commonwealth , das schwere Krisen "uberstanden habe , werde nicht zusammenbrechen .
602	 die britische Regierung sei nicht bereit , sich in eine Politik treiben zu lassen , die sie f"ur falsch halte , erst recht nicht von solchen Kr"aften , die Unruhe und Unordnung herbeif"uhren wollten .
603	 Wilson hat sich nach Chequers , dem offiziellen Landsitz der britischen Premierminister , zur"uckgezogen , um seine n"achsten Schritte zu "uberdenken .
604	 er hat in seiner ersten Rede nach dem afrikanischen Ultimatum am Samstag Rhodesien v"ollig ignoriert und die britische "Offentlichkeit im allgemeinen und die Konservativen im besonderen aufgefordert , sich zu entscheiden , ob der Bau von Wohnungen oder der von Kasinos und anderen " Dolce-vita-Einrichtungen " wichtiger sei .
605	 Wilson hat die britische "Offentlichkeit wissen lassen , da"s er an einem Friedensplan f"ur Rhodesien arbeitet , den er den Rhodesiern "uber den Rundfunk mitteilen werde , wenn die f"ur britische Sendungen an die rhodesische Adresse errichtete neue Rundfunkstation in Betschuanaland in zehn bis vierzehn Tagen fertig sei .
606	 im Gegensatz zu dem bisherigen Schweigen Wilsons hat der Oppositionsf"uhrer Heath mit verbl"uffender Sch"arfe am Wochenende Wilsons " Sensationskurs " gegen Rhodesien angegriffen .
607	 mit gleicher Bestimmtheit hat Heath die Regierung gewarnt , sich von dem afrikanischen Ultimatum nicht zu Schritten treiben zu lassen , die nur zu einer offenen Spaltung der Nation f"uhren k"onnten .
608	 der rhodesische Regierungschef Smith verweigerte , wie Agenturen erg"anzend melden , die Annahme eines Schreibens der britischen K"onigin .
609	 der Brief war ihm in einem Schreiben des britischen Gouverneurs in Salisbury zugestellt worden , um dessen Abberufung Smith bei der K"onigin nachgesucht hatte .
610	 in der Botschaft der K"onigin , die an " I. D. Smith , Esquire " ohne Hinzuf"ugung des Titels Premierminister adressiert war , wurde das Verlangen Smiths an die K"onigin zur"uckgewiesen , den britischen Gouverneur Sir Humphrey Gibbs durch den vom rhodesischen Kabinett nominierten " Gegengouverneur " zu ersetzen .
611	 die Rhodesien-Krise hat das Commonwealth vor eine schwere Zerrei"sprobe gestellt .
612	 die Organisation Afrikanischer Staaten ( OAU ) hat Gro"sbritannien unter Androhung des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen ihren 36 Mitgliedstaaten und London in ultimativer Form aufgefordert , der Rebellion der Regierung Smith in Rhodesien bis zum 15. Dezember ein Ende zu setzen .
613	 es wurde ein F"unfm"achteausschu"s gebildet , der alle notwendigen Ma"snahmen einschlie"slich der Anwendung von Gewalt ergreifen soll , um die Herrschaft der Wei"sen in Rhodesien zu st"urzen .
614	 nur Sambia nahm an der Sitzung nicht teil .
615	 zum Abschlu"s der zweit"agigen Konferenz der afrikanischen Au"sen- und Verteidigungsminister in Addis Abeba wurde am Sonntagmorgen ein Kommunique ver"offentlicht , in dem es hei"st : " der Ministerrat der OAU hat nach Pr"ufung aller Aspekte der "au"serst ernsten Situation , die sich aus der einseitigen Unabh"angigkeitserkl"arung einer Minderheit rassistischer Siedler mit der stillschweigenden Duldung durch Gro"sbritannien ergeben hat , konkrete Ma"snahmen beschlossen , die es m"oglich machen werden , dem Regime rassistischer Siedler ein Ende zu setzen " .
616	 der angedrohte Abbruch der diplomatischen Beziehungen stellt die Mitgliedschaft der neun afrikanischen Staaten Gambia , Sierra Leone , Ghana , Nigeria , Uganda , Kenia , Tansania , Malawi und Sambia im Commonwealth in Frage .
617	 mehrere OAU-Delegierte sagten voraus , da"s es f"ur ihre L"ander praktisch unvermeidlich sei , bei einem solchen Bruch aus dem Commonwealth auszutreten .
618	 der Innenminister von Sambia , Mainzachona , erkl"arte : " das Commonwealth bedeutet nicht mehr viel " , und der Verteidigungsminister von Uganda f"ugte hinzu : " Uganda ist bereit , das Commonwealth den Interessen der afrikanischen W"urde zu opfern " .
619	 der nigerianische Staatssekret"ar im Au"senministerium , Nhu Bamali , meinte , das Commonwealth werde ohne die afrikanischen Staaten weiterbestehen m"ussen , " wenn Gro"sbritannien bis zum 15. Dezember nicht handelt " .
620	 Bamali , der sich zum Sprecher aller an der Konferenz teilnehmenden Staaten machte , sagte : " wir sind in erster Linie Afrikaner und erst in zweiter Linie Commonwealth-Mitglieder " .
621	 die Entschlossenheit der afrikanischen Commonwealth-Staaten wird von den ehemaligen franz"osischen Kolonien in Afrika geteilt .
622	 die Vertreter Tunesiens und des Senegal haben ebenfalls versichert , sie w"urden sich einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu London anschlie"sen .
623	 die St"arke der rhodesischen Streitkr"afte betr"agt nach einer Aufstellung des Londoner " Instituts f"ur strategische Studien " 4300 Mann , davon 900 in der Luftwaffe mit einem Geschwader Hunter-J"ager und Schlachtflugzeugen , einem Geschwader Vampire-Jagdflugzeugen , einem Geschwader Canberra-D"usenbombern , einem Aufkl"arer-Geschwader , einem Geschwader Transportflugzeuge und drei Hubschraubern .
624	 Rhodesiens Nachbar Sambia verf"ugt "uber ein Landheer von 2200 Mann und eine 300 Mann starke Luftwaffe mit zehn Maschinen , darunter aber keine Jagdflugzeuge .
625	 die Polizei hat 6000 Mann .
626	 die Armeest"arke von Malawi betr"agt 1500 , die seiner Polizei 6000 Mann .
627	 Tansania verf"ugt "uber 2000 Soldaten und 1350 Polizisten .
628	 seine leichte Artillerie ist chinesischen und sowjetischen Ursprungs .
629	 ein weiterer Nachbarstaat Rhodesiens , Mocambique , verf"ugt "uber 30000 portugiesische Soldaten mit einigen leichten Flugzeugen .
630	 andere afrikanische Truppenst"arken werden von dem Londoner Institut wie folgt angegeben : Algerien 60000 Mann und 60 Kampfflugzeuge , "Athiopien 34000 Mann und 30 Kampfflugzeuge , die Vereinigte Arabische Republik 180000 Mann und 400 Kampfflugzeuge , Marokko 60000 Mann und 14 Flugzeuge , Ghana 9000 Mann , Kenia 3000 Mann , Nigeria 8000 Mann , Senegal 5200 Mann , Somalia 7000 Mann , Tunesien 20000 Mann .
631	 der rhodesische Premierminister Smith hat nach Meldungen aus Salisbury erkl"art , da"s Rhodesien verschiedenen ausl"andischen Anleiheverpflichtungen gegen"uber London und der Welt-Bank nicht mehr nachzukommen in der Lage sein werde .
632	 die Gl"aubiger sollten sich an die britische Regierung wenden .
633	 Rhodesien werde die Regierung Wilson f"ur den " Diebstahl " und alle anderen Dispositionen der " Marionetten-Direktion " der Reserve Bank haftpflichtig machen .
634	 der bisherige Gouverneur der Reserve Bank , Bruce , und die "ubrigen Direktoren w"urden im Amt bleiben .
635	 die britische Regierung hat zum neuen Gouverneur der rhodesischen Notenbank Sir Sidney Caine berufen und das alte Direktorium der Bank f"ur abgesetzt erkl"art .
636	 die Bank von England hat dar"uber hinaus mitgeteilt , da"s der am 6. Dezember f"allige Halbjahres-Kupon auf die vierprozentige rhodesische Staatsanleihe mit Laufzeit bis 1972/74 von ihr nicht eingel"ost wird , da sie aus Salisbury die erforderlichen Mittel von 100000 Pfund nicht empfangen hat .
637	 es ist das erstenmal , da"s die Bank von England eine Kupon-Einl"osung ablehnt .
638	 in der City h"alt man die Zahlungsverweigerung Salisburys als einen schweren Schlag f"ur das Prestige des Smith-Regimes .
639	 Bundestagspr"asident Gerstenmaier hat sich daf"ur ausgesprochen , von der M"oglichkeit der " aktuellen Stunde " im Bundestag mehr als bisher Gebrauch zu machen .
640	 in einer Bilanz der viert"agigen Debatte meinte Gerstenmaier , noch wichtiger als der freie Vortrag einer Rede sei ihr Gehalt und Gewicht .
641	 er bedauerte aber , da"s w"ahrend der Aussprache in der vergangenen Woche im Wortlaut vorbereitete Reden mehr die Regel als die Ausnahme gewesen seien .
642	 dennoch geh"ort nach Auffassung des Bundestagspr"asidenten auch die vorbereitete Rede zu einer Debatte .
643	 Gerstenmaier regte unter Vorbehalt an , eine gro"se Generaldebatte nach Sachgebieten zu gliedern , etwa so , wie es in der zweiten Lesung des Haushalts geschehen sei .
644	 das Fehlen von Notstandsgesetzen wirkt sich nach Auffassung des Befehlshabers der territorialen Verteidigung , Generalleutnant "Ubelhack , hemmend auf die L"osung der Aufgaben dieser Organisation aus .
645	 "Ubelhack , der in einem Aufsatz am Wochenende als Beispiel die Inanspruchnahme der Hilfsmittel aus dem zivilen Bereich nannte , bezeichnete es als eine dringliche Aufgabe der verantwortlichen Politiker , dieses Problem zu l"osen .
646	 die milit"arische Landesverteidigung m"usse durch eine wirksame Zivilverteidigung erg"anzt werden .
647	 "Ubelhack wies in diesem Zusammenhang darauf hin , da"s vom 1. April 1966 an der Dienst in der Territorialreserve nicht mehr freiwillig sein wird , sondern zur Pflicht gemacht werden wird .
648	 er verneinte jedoch die Frage , ob s"amtliche Wehrpflichtigen nach ihrem Grundwehrdienst in die territoriale Verteidigung "ubergef"uhrt w"urden , und versicherte , da"s nur ein Teil der vorhandene Reservisten dahin beordert werde , weil auch die Teilstreitkr"afte Reservisten zur Auff"ullung ihrer Verb"ande ben"otigten .
649	 auch f"ur die Soldaten der Territorialreserve gilt die allgemeine Wehrdisziplinarordnung .
650	 der Dienst in der Territorialreserve wird den Reservisten auf ihre Pflichtwehr"ubungen voll angerechnet .
651	 im n"achsten Jahr wird die Territorialreserve auch von aktiven Soldaten ausgebildet werden .
652	 in Berlin haben am Wochenende Vertreter der Evangelischen Kirche mit dem sogenannten Engeren Politischen Ausschu"s des Kuratoriums " Unteilbares Deutschland " in einer mehrst"undigen Aussprache die Vertriebenen-Denkschrift der Evangelischen Kirche und die Studie " Reform der Deutschland-Politik " des gesch"aftsf"uhrenden Kuratoriumsvorsitzenden Sch"utz er"ortert .
653	 an dem Gespr"ach nahmen Pr"ases Scharf , Vertriebenenminister Gradl , sein Amtsvorg"anger Lemmer , die stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Erler und Wehner , Bischof Kunst , Professor Raiser , Kirchentagspr"asident von Weizs"acker , Oberkirchenrat Wilkens und Dr Sch"utz teil .
654	 das SPD-Pr"asidium , das am Wochenende in Berlin tagte , lie"s nach der Sitzung erkl"aren , die SPD messe dem Brief der polnischen Bisch"ofe an den deutschen Episkopat gro"se Bedeutung bei .
655	 nach Ansicht der SPD sollte dieser Vorgang ebenso wie die evangelische Denkschrift f"ur die Deutschland-Politik ausgewertet werden .
656	 die evangelische Denkschrift zur " Lage der Vertriebenen und dem Verh"altnis des deutschen Volkes zu seinen "ostlichen Nachbarn " erschien jetzt in f"unfter Auflage ; die gesamte Auflagenzahl der Brosch"ure betr"agt bisher 300000 .
657	 an diesem Montag wird in Rom eine parlamentarische Konferenz er"offnet , der 54 Abgeordnete des Europa-Parlaments und 54 Abgeordnete derjenigen achtzehn afrikanischen Staaten angeh"oren , die mit der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft eine Assoziation gebildet haben .
658	 im Mittelpunkt der dreit"agigen Beratungen steht der Bericht , den der italienische Abgeordnete Pedini im Namen des parit"atischen Ausschusses der Konferenz ausgearbeitet hat und in dem die Bilanz der bisherigen gemeinsamen Aufbauarbeit der EWG und dieser afrikanischen Staaten sowie Madagaskars gezogen wird .
659	 gleichzeitig sucht der Berichterstatter zu formulieren , in welcher Richtung sich die Assoziierung entwickeln m"usse .
660	 der indische Ministerpr"asident Shastri hat sicherem Vernehmen nach die sowjetische Einladung zu einem Treffen mit dem pakistanischen Pr"asidenten Ajub Khan in Taschkent auf sowjetischem Boden am Samstag offiziell angenommen .
661	 die zustimmende Antwort Shastris wurde dem sowjetischen Ministerpr"asidenten Kossygin vom indischen Botschafter in Moskau Triloki N. Kaul , "uberbracht .
662	 nach Angaben von unterrichteter Seite m"ochte Shastri bereits in der ersten Januarwoche mit dem pakistanischen Staatschef "uber den Kaschmir-Streit und andere die beiderseitigen Beziehungen belastende Konflikte sprechen .
663	 Pakistan hat bereits fr"uher sein Einverst"andnis zu einem m"oglichst baldigen Gespr"ach mit der indischen Regierung erkl"art .
664	 der chilenische Brigadegeneral Tulio Marambio , der von UN-Generalsekret"ar U Thant Ende November als Vermittler zwischen Indien und Pakistan ernannt worden war , ist am Samstagabend von New York nach Pakistan geflogen .
665	 General de Gaulle mu"s sich am 19. Dezember in einer Stichwahl dem Einheitskandidaten der Linken , Francois Mitterrand , stellen .
666	 der mit Spannung erwartete erste Wahlgang der franz"osischen Pr"asidentenwahlen f"uhrte nicht nur zu keiner absoluten Mehrheit f"ur einen der Kandidaten , sondern brachte der Stimmenzahl de Gaulles einen nicht erwarteten R"uckgang .
667	 bei einer Rekordwahlbeteiligung von fast 85 Prozent , wie sie noch niemals bei gro"sen Wahlen in der franz"osischen Republik erreicht wurde , fielen 10811480 Stimmen 44,61 Prozent auf de Gaulle , mit 7688105 Stimmen 31,72 Prozent auf Francois Mitterrand und mit 3777975 Stimmen 15,59 Prozent auf Lecanuet .
668	 die drei "ubrigen Kandidaten , Tixier-Vignancour mit 5,20 Prozent , Marcilhacy mit 1,73 Prozent und Barbu mit 1,15 Prozent spielten nur Statistenrollen , da de Gaulle schon weniger Stimmen erhielt als Mitterrand und Lecanuet zusammengenommen .
669	 im zweiten Wahlgang , mit dem de Gaulle aller Voraussicht nach seine Kandidatur aufrechterh"alt , ist der Sieg des bisherigen Pr"asidenten wahrscheinlich ; denn die meisten Anh"anger Lecanuets werden im Einvernehmen mit ihren Kandidaten f"ur de Gaulle stimmen .
670	 de Gaulle verbrachte den Montag auf seinem Landsitz Colombey-les-deux-Eglises , wo er auch seine Stimme abgegeben hatte .
671	 er schwieg sich "uber seine Absichten aus .
672	 offiziell wurde bekannt , der General werde auch nicht vor diesem Dienstag oder Mittwoch nach Paris zur"uckkehren .
673	 erst dann kann mit einer "offentlichen Ank"undigung seiner Entscheidung "uber die Teilnahme am zweiten Wahlgang gerechnet werden .
674	 der Mi"serfolg de Gaulles im ersten Wahlgang ist besonders eindrucksvoll , wenn man seine Stimmenzahl mit der Zahl der stimmberechtigten Franzosen vergleicht .
675	 dann hat de Gaulle 36,98 Prozent , Mitterrand 26,94 Prozent und Lecanuet 13,27 Prozent erreicht .
676	 die Zahl der Gebiete , in denen Pr"asident de Gaulle schon im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erhielt , sind gering .
677	 es handelt sich um 13 Departements im Osten Frankreichs ( Elsa"s-Lothringen ) und im Nordwesten ( Bretagne und Normandie ) .
678	 im Pariser Seine-Departement hat de Gaulle mit einem Prozentsatz von 41,76 Prozent der abgegebenen Stimmen mehr W"ahler gehabt als die UNR , die im November 1962 nur 39,22 Prozent der abgegebenen Stimmen , aber s"amtliche Sitze in der Nationalversammlung erhielt .
679	 in allen zwanzig Arrondissements der Hauptstadt Paris hat de Gaulle bei diesem Wahlgang an der Spitze gelegen .
680	 das vorl"aufige amtliche Ergebnis au"ser Polynesien und Guayana ist : die ersten Kommentare gaullistischer Politiker sind vor allem gegen Lecanuet gerichtet .
681	 Premierminister Pompidou sagte , die Kandidaturen der Spaltung und der Ablenkung h"atten Frankreich einen schlechten Dienst geleistet , weil sie die gro"se Kundgebung des nationalen Willens hinausgeschoben h"atten .
682	 der Pr"asident der Nationalversammlung , Chaban-Delmas , sagte de Gaulle bleibe die zentrale Kraft , um die sich am 19. Dezember eine starke nationale Mehrheit des sozialen Fortschritts scharen werde .
683	 der ehemalige Premierminister Debre bezeichnete Lecanuet , der unbestreitbar de Gaulle in die Stichwahl gezwungen hat , als Werkzeug der franz"osischen Zwietracht im Namen Europas .
684	 im Namen der Demokratie habe Lecanuet sich zum Werkzeug der Unordnung in der Republik gemacht .
685	 der kommunistische Parteif"uhrer Waldeck Rochet , der einen so gro"sen Erfolg Francois Mitterrands nicht erwartet hatte , bezeichnete das Ergebnis als Niederlage der pers"onlichen Machtaus"ubung und gro"sen Sieg f"ur die Einheit der demokratischen Arbeiterschaft .
686	 Paul Reynaud , ehemaliger Ministerpr"asident , sah in dem Verlauf des Wahlkampfes einen Beweis daf"ur , da"s es ohne den Zugang zum Fernsehen keine wirkliche Freiheit gebe .
687	 Lecanuet sagte , de Gaulles Politik habe nicht mehr die Zustimmung der Mehrheit des Landes .
688	 er selbst werde sich bald um die Bildung einer neuen demokratischen , sozialen und europ"aischen Parteiformation bem"uhen .
689	 Mitterrand bezeichnete seinen Erfolg als Sieg der gesamten Linken .
690	 Tixier-Vignancour sagte , sein Ziel sei gewesen , de Gaulle in eine Stichwahl zu bringen .
691	 wenn de Gaulle sich zum zweiten Wahlgang stelle , werde er alles tun , um seine Niederlage herbeizuf"uhren .
692	 die Kandidaten f"ur den zweiten Wahlgang haben bis Donnerstag nacht die M"oglichkeit , zugunsten eines anderen Kandidaten auf ihre Beteiligung zu verzichten .
693	 der offizielle Wahlkampf f"ur die Stichwahl beginnt an diesem Sonntag .
694	 jedem der beiden Kandidaten sind wieder zwei Stunden Redezeit im Fernsehen und im Rundfunk zugestanden worden .
695	 das schwache Abschneiden de Gaulles im ersten Wahlgang wird in den Vereinigten Staaten als schwere Schlappe des Generals bewertet , mit der zahlreiche Hoffnungen , aber auch mancherlei Bef"urchtungen verbunden werden .
696	 die ersten Kommentare brachten "ubereinstimmend zum Ausdruck , da"s die pers"onliche Autorit"at de Gaulles durch das Wahlergebnis stark beeintr"achtigt worden sei .
697	 die W"ahler h"atten den Nimbus , de Gaulle verk"orpere Frankreich , verblassen lassen .
698	 weitgehend wird das Wahlergebnis als ein Votum gegen die Au"senpolitik de Gaulles betrachtet , der in Amerika wenig Freunde hat .
699	 viele amerikanische Hoffnungen richten sich deswegen darauf , da"s de Gaulle seine Au"senpolitik , die in den letzten Jahren einen zunehmend antiamerikanischen Kurs steuerte , m"a"sigen oder in wichtigen Punkten sogar "andern mu"s .
700	 zun"achst allerdings werden in Washington die Berichte aus Paris sorgf"altig auf Anzeichen daf"ur studiert , wie de Gaulle auf sein schlechtes Abschneiden im ersten Wahlgang reagieren wird .
701	 amerikanische Kommentatoren erinnern daran , da"s de Gaulle von der franz"osischen Bev"olkerung einen klaren Vertrauensbeweis gefordert hat und da"s noch im November Mitarbeiter des Generals sechzig Prozent der Stimmen als angemessenes Mandat bezeichneten .
702	 so verlockend f"ur die amerikanische Politik die Aussicht auf ein Ausscheiden de Gaulles aus der Weltpolitik w"are , so gro"se Bef"urchtungen gelten jedoch den Folgen , zu denen in Frankreich Verwirrung und eine neue Periode der Instabilit"at geh"oren k"onnten .
703	 die antigaullistische Opposition in Frankreich hat nach Ansicht amerikanischer Kommentatoren bei den Wahlen ihr Maximalziel einer Schw"achung de Gaulles erreichen k"onnen .
704	 trotz der vielen Berichte "uber das st"andige Absinken von de Gaulles Popularit"atskurve hatte kaum jemand ernsthaft damit gerechnet , da"s de Gaulle im ersten Wahlgang nur auf 44 Prozent der Stimmen kommen k"onnte .
705	 w"ahrend man sich in London wie "ublich offiziell jeden Kommentars enth"alt , ist in der "Offentlichkeit das Interesse gro"s .
706	 bei allen Vorbehalten und schlechten Erfahrungen ist bisher die britische Bewunderung f"ur de Gaulle erheblich gewesen .
707	 es sprach ein stiller Wunsch daraus , einen solchen Mann im eigenen Lande zu haben , der die britische Stellung in der Welt in "ahnlicher Weise herausheben k"onnte .
708	 in der Beurteilung des Wahlausgangs ist man sich einig , da"s der Gaullismus ohne de Gaulle sinnlos sei und ihn nicht "uberleben werde .
709	 dazu hei"st es im " Daily Telegraph " , der gaullistische Zauberbann mit seiner eine gelassene Volksstimmung erwirkenden Ration von Brot und Spielen sei unwiderruflich gebrochen .
710	 von nun ab , schreibt der " Guardian " , m"usse de Gaulle sich f"ugen , ein Pr"asident unter Z"ugelung der "offentlichen Meinung zu sein .
711	 der " Guardian " und der " Daily Telegraph " sehen in der Entscheidung ein Zeichen , da"s das franz"osische Volk politisch erwacht sei und seinen Geschmack und sein Talent zur Demokratie wiedergewonnen habe , die ihm in den z"ankerischen Parteik"ampfen der Vierten Republik verlorengegangen seien .
712	 die noch vor dem Wahlgang von dem franz"osischen Minister Peyrefitte verbreitete Bemerkung de Gaulles , da"s ein britischer Beitritt zur Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft ( EWG ) unter den gegenw"artigen ver"anderten Umst"anden m"oglich sei , ist in London von Anfang an als Wahlargument aufgefa"st worden .
713	 da"s diese Bemerkung "uber Peyrefitte vor der Presse fiel und die britische Regierung erst auf diese Weise erfuhr , hat das Foreign Office zu der Ansicht gef"uhrt , da"s eine solche Gesinnungswandlung de Gaulles erst glaubhaft werde , wenn davon auch nach den Wahlen die Rede sei .
714	 in den Amtsstuben der Kommission der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft ( EWG ) sah man am Montag nur strahlende Gesichter .
715	 wenn auch jedes Gespr"ach mit der Bemerkung begann , da"s sich die Kommission als K"orperschaft jeglicher Kommentierung des Wahlergebnisses enthalte , so verhehlt doch niemand , auch nicht franz"osische Beamte , seine Genugtuung dar"uber , da"s sich der franz"osische W"ahler die Thesen de Gaulles nicht zu eigen gemacht habe .
716	 selbstverst"andlich nimmt niemand in Br"ussel an , da"s sich die europ"aischen Probleme nun von selbst l"osen werden , im Gegenteil rechnet man damit , da"s de Gaulle im Falle eines Sieges im zweiten Wahlgang unnachgiebig zu bleiben versuche .
717	 aber de Gaulle m"usse nun , so wird gesagt , mit einem noch h"arteren Widerstand der f"unf Partner Frankreichs rechnen ; denn der Wahlausgang k"onne unzweideutig als Aufforderung zur Festigkeit und zum Beharren an den R"omischen Vertr"agen interpretiert werden , nachdem de Gaulles These der uneingeschr"ankten Unabh"angigkeit f"ur Frankreich eine so vernichtende Niederlage erlitten habe .
718	 Br"ussel rechnet jetzt damit , da"s sich im Januar , wenn die heiklen Personalfragen zur Debatte stehen , die Mitgliedstaaten fest hinter die von de Gaulle so hart kritisierten Kommissionsmitglieder Hallstein und Mansholt stellen werden .
719	 die franz"osischen W"ahler h"atten die Europa-Politik de Gaulles abgelehnt und f"ur die Fortsetzung der Politik im Rahmen der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft ( EWG ) gestimmt .
720	 falls de Gaulle keinen Fu"sbreit nachgebe , k"onnte es durchaus sein , da"s sich die Lage in den kommenden Wochen insofern zuspitze , als dann die f"unf dazu "ubergehen k"onnten , zu f"unft ohne Frankreich zu entscheiden , meint man in Br"ussel .
721	 das Gespr"ach , das der Pr"asident des Ministerrates der Europ"aischen Wirtschaftsgemeinschaft ( EWG ) , Colombo , in dieser Woche in Rom mit dem franz"osischen Au"senminister Couve de Murville f"uhren wird , steht insofern unter keinem g"unstigen Stern , als Couve de Murville im Augenblick wohl kaum als vollwertiger Gespr"achspartner bezeichnet werden kann .
722	 in Br"ussel wird darauf hingewiesen , da"s sich der Flirt de Gaulles mit Moskau und den Ostblockstaaten in der Wahl nicht ausgezahlt habe , ja , da"s er nicht einmal von Moskau honoriert werde , da die kommunistischen Stimmen offensichtlich vollst"andig dem Kandidaten der Linken zugefallen seien .
723	 schon jetzt habe die " Nach-de-Gaulle-"Ara " begonnen .
724	 der Gaullismus als eine Mystifikation einer bestimmten Politik der nationalen Unabh"angigkeit sei tot .
725	 "ubriggeblieben sei eine Partei wie jede andere .
726	 die Gemeinschaft habe sieben Jahre ohne gemeinsame Au"senpolitik gelebt , nun werde sie auch noch die n"achste Zeit "uberleben , in der de Gaulle voraussichtlich noch Pr"asident sei , notfalls zu f"unft , sagt man in Br"ussel .
727	 der Europa-Gedanke - dies habe dieser Wahlgang gezeigt - sei auch im franz"osischen Volk tief verwurzelt , so da"s es sich keine Regierung leisten k"onne , eine gegen die europ"aische Einigungspolitik gerichtete Politik zu betreiben .
728	 der CSU-Vorsitzende Strau"s hat den Ausgang der franz"osischen Wahlen als Beweis daf"ur gewertet , da"s de Gaulle kein Diktator und Frankreich kein autorit"arer Staat sei .
729	 das Stimmenergebnis f"ur Mitterrand beweise , da"s die kommunistischen W"ahler ihm ihre Stimme gegeben h"atten und die Gefahr einer Volksfrontf"uhrung nicht von der Hand zu weisen sei .
730	 Strau"s sagte : " de Gaulle mu"s zur Kenntnis nehmen , da"s der Proze"s der europ"aischen Bewu"stseinsbildung auch in Frankreich weit fortgeschritten ist und da"s es immer wieder M"oglichkeiten gibt , eine nationalstaatliche Gro"smachtpolitik zu treiben " .
731	 es sei jedoch nicht zu "ubersehen , da"s de Gaulle auch bei den f"ur ihn schwieriger gewordenen Gesamtumst"anden das Vertrauen von beinahe 50 Prozent der W"ahler habe .
732	 beides sollte ihn veranlassen , sich in einem zweiten Wahlgang zu stellen .
733	 Ost-Berlin hat am Montag noch nicht zum Ausgang der franz"osischen Pr"asidentenwahl Stellung genommen .
734	 das " Neue Deutschland " bringt auf der ersten Seite lediglich eine kommentarlose Meldung , da"s ein neuer Wahlgang erforderlich geworden ist , da keiner der Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit erhalten habe .
735	 das Blatt teilt mit , da"s in drei Wochen eine Stichwahl zwischen de Gaulle und Mitterand stattfinde , " dem gemeinsamen Kandidaten der Linken " .
736	 auch hier gibt das Blatt keinem Kandidaten den Vorzug .
737	 da"s das "uberraschende Ergebnis nicht bewertet wird , mag einmal an der K"urze der Zeit liegen .
738	 es war jedoch schon vorher aufgefallen , da"s sich Ost-Berlin in letzter Zeit jeglicher Polemiken gegen Frankreich und besonders gegen de Gaulle enthalten hatte .
739	 aus dem Ergebnis der franz"osischen Pr"asidentschaftswahlen sucht man in Moskau vor allem den Erfolg der Linksgruppierung herauszulesen .
740	 de Gaulles Schlappe wird hier unter Berufung auf die Stimmen franz"osischer Kommunisten als schwerer R"uckschlag des Pers"onlichkeitsregimes interpretiert .
741	 man hebt hervor , da"s der franz"osische Pr"asident die absolute Mehrheit verlor .
742	 einen der Gr"unde daf"ur sieht Moskau allerdings auch in dem Auftauchen der Kandidatur Lecanuets , der die Abl"osung de Gaulles im Sinne habe .
743	 " der Hauptkampf hat sich " , schreibt die " Iswestija " am Montagabend , " zwischen General de Gaulle und dem Einheitskandidaten der linken Kr"afte , Mitterrand , entfaltet " .
744	 die Wahlergebnisse zeigen den Linksruck eines erheblichen Teils der franz"osischen "Offentlichkeit .
745	 Tass verbreitet gleichzeitig eine triumphierende Erkl"arung des franz"osischen Kommunistenf"uhrers Waldeck Rochet und erspart sich damit eine sowjetische Stellungnahme .
746	 diese ist auch dadurch erschwert , da"s die Kommunistische Partei Frankreich Mitterrand unterst"utzt , w"ahrend die Sowjetunion gute Gr"unde hat , das Verbleiben de Gaulles an der Macht zu w"unschen .
747	 auch in Polen ist dieses Ergebnis der franz"osischen Pr"asidentschaftswahlen nicht erwartet worden .
748	 die Pers"onlichkeit des Generals war gerade in den letzten Monaten im Zusammenhang mit der Ann"aherung zwischen Warschau und Paris besonders herausgehoben worden , und man hatte seine realistische Haltung zu den Problemen der Gegenwart gelobt .
749	 so gewann der polnische Zeitungsleser vielfach ein Bild des franz"osischen Pr"asidenten , das die Entscheidung der franz"osischen W"ahler nicht leicht verst"andlich macht .
750	 General de Gaulle ist f"ur die Polen in erster Linie der westliche Staatsmann , der als einziger die Endg"ultigkeit der " Oder-Nei"se-Grenze " offen bef"urwortet hat .
751	 er genie"st darum besondere Sympathien .
752	 jetzt fragt man sich interessiert , ob der Pr"asident in einem zweiten Wahlgang f"ur das Amt kandidieren wird .
753	 allgemein herrscht die Zuversicht vor , da"s selbst im Fall eines Wechsels auf dem Posten des Pr"asidenten sich die franz"osische Haltung in der Frage der " Oder-Nei"se-Grenze " nicht "andern wird .
754	 in Belgrad ist man verbl"ufft , da"s General de Gaulle im ersten Wahlgang keinen h"oheren Stimmenanteil erringen konnte .
755	 der General genie"st in der Bev"olkerung Jugoslawiens wegen seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg und bei den Beh"orden wegen seiner Au"senpolitik gro"ses Ansehen .
756	 die Wahlen h"atten gezeigt , da"s "uber siebzig Prozent der franz"osischen W"ahler , n"amlich die de Gaulles und Mitterrands , die jetzige franz"osische Ostpolitik unterst"utzten , schreibt die gr"o"ste Zeitung des Landes , " Politica " .
757	 in der "offentlichen Meinung Italiens kommt zum Ausgang der franz"osischen Pr"asidentenwahlen Erstaunen "uber das Ausma"s der Niederlage de Gaulles zum Ausdruck , vermischt mit einer gewissen Genugtuung .
758	 pers"onlich und moralisch habe de Gaulle eine bittere , ja dem"utigende Niederlage erlitten , kommentiert der " Corriere della Sera " .
759	 moralischer Sieger des ersten Wahlgangs sei Lecanuet , der dem General die Stimmen abspenstig gemacht habe , die vor sieben Jahren f"ur de Gaulle abgegeben worden seien .
760	 das Ergebnis der franz"osischen Wahlen hat in den politischen Kreisen Madrids Unruhe ausgel"ost .
761	 zwar hatte die spanische Presse w"ahrend des Wahlkampfes vermieden , ausdr"ucklich f"ur General de Gaulle Stellung zu nehmen , wof"ur in erster Linie die R"ucksichtnahme auf den Washingtoner Alliierten Spaniens sprach , aber noch in den letzten Tagen hatte man in Spanien einen Sieg des Generals mit Bestimmtheit vorausgesagt .
762	 die Madrider Politik ist aber weder mit dem Amerika-Kurs de Gaulles noch mit seinem Obstruktionskurs gegen"uber der EWG noch mit seiner Ann"aherung an Moskau und Peking einverstanden gewesen und hat in j"ungster Zeit oft scharf gegen ihn Stellung genommen .
763	 Mitterrands Erfolg und das Anwachsen der Linksstimmen haben jedoch in Madrid ernste Sorgen ausgel"ost und das alte Gespenst einer Volksfrontregierung im Norden der Pyren"aen auftauchen lassen .
764	 die Empfindlichkeit in Sachen der nationalen Souver"anit"at tr"agt ihre Fr"uchte : kein Wahlergebnis in einem Nachbarland ist an offizieller Stelle in Belgien , auch offizi"os , so zur"uckhaltend kommentiert worden wie der Ausgang des ersten Wahlganges f"ur die Pr"asidentenwahlen in Frankreich .
765	 das hei"st , man rechnet damit , da"s nach dem zweiten Wahlgang der k"unftige Staatspr"asident wiederum de Gaulle hei"sen wird , und m"ochte sich durch gef"uhlsm"a"sige Reaktionen in seinen Augen nicht belasten .
766	 die einen freuen sich "uber die Behauptung der politischen Linken in Frankreich , die anderen haben es etwas schwieriger , sie sehen nach wie vor in de Gaulle den einzigen Kandidaten , der es fertigbringen kann , sich gegen"uber dieser Linken zu behaupten .
767	 Belgien ist in seinen politischen Strukturen und in seinen Erfahrungen der Vergangenheit dem franz"osischen Nachbarland so verwandt , da"s man f"ur die dortige politische Situation im allgemeinen etwas mehr Verst"andnis aufbringt als sonst in Europa .
768	 zweifellos , so kann man die verschiedenartigen Kommentare summieren , hat der bedingungslose Gaullismus eine Schlappe erlitten .
769	 dieses Ergebnis h"atte vermutlich ein Einheitskandidat der Opposition nicht erreichen k"onnen , weil diese Opposition zu vielschichtig ist .
770	 in politischen Kreisen Wiens ist man "uber das schlechte Abschneiden de Gaulles "uberrascht .
771	 man hatte ihm eine knappe absolute Mehrheit zugetraut .
772	 das Wahlergebnis wird hier allgemein als ein Ausdruck des Mi"sfallens breiter franz"osischer Bev"olkerungsschichten mit der Europa- und Nato-Politik des Generals gedeutet .
773	 der Ausgang der Pr"asidentenwahl in Frankreich hat in Bonn allgemein "uberrascht ; denn nicht nur der Bundeskanzler rechnete sicher mit der Wiederwahl Pr"asident de Gaulles , wie seine Ank"undigung im Bundestag vor der Wahl erwies , er werde im Januar de Gaulle treffen .
774	 in allen politischen Kreisen wurde nur dar"uber diskutiert , ob de Gaulle wenig mehr als 50 Prozent oder an die sechzig Prozent der Stimmen erhalten werde .
775	 aber man erwartete nicht , da"s der volksrepublikanische Kandidat , Lecanuet , der nun de Gaulles Mehrheit vereitelt hat , in so rascher Zeit so viele W"ahler gewinnen k"onnte .
776	 man ist allerdings "uberzeugt , da"s der General , wenn er in den zweiten Wahlgang geht , in einer Stichwahl mit Mitterrand die absolute Mehrheit erhalten kann , da dann die Mehrheit der jetzt auf den volksrepublikanischen Kandidaten abgegebenen Stimmen de Gaulle zufallen werde .
777	 mit Spannung erwartet man deshalb die Entscheidung de Gaulles , und in den Bonner politischen Kreisen "uberwiegt die Meinung , er werde wieder kandidieren .
778	 doch erinnert man auch an seinen j"ahen Verzicht auf die Regierung vor neunzehn Jahren .
779	 ein regierungsoffizieller Kommentar zu der Wahl war nicht zu erwarten und wurde auch nicht gegeben .
780	 der Standpunkt der Regierung ist : " solange die Wahl des neuen Staatspr"asidenten nicht abgeschlossen ist , kann sich die Bundesregierung zu ihr nicht "au"sern " .
781	 der Unionsabgeordnete Majonica sagte , bei der Wahl habe sich die von dem Kandidaten Lecanuet vertretene Mitte gut gehalten , da sie sich auf das europ"aische Bekenntnis gest"utzt habe .
782	 Majonica wies darauf hin , da"s Lecanuet bei einer anderen Europa-Politik de Gaulles nicht kandidiert h"atte .
783	 so meint auch der sozialdemokratische Pressedienst , de Gaulle werde sich "uberlegen m"ussen , ob Frankreich seine Europa-Politik und auch seine Haltung zum atlantischen B"undnis revidieren m"usse .
784	 die Wahl habe gezeigt , da"s viele franz"osische W"ahler f"urchteten , de Gaulles Politik werde Frankreich zunehmend isolieren .
785	 die Europa-Union erkl"arte am Montag , die europ"aischen Probleme , insbesondere die Krise der Europ"aischen Gemeinschaft , h"atten im Wahlkampf eine gr"o"sere Rolle gespielt , als die franz"osische Regierung und auch die deutsche Politik angenommen h"atten .
786	 der franz"osische Pr"asident k"onne auf keinen Fall mehr die Politik von gestern machen .
787	 in anderen politischen Kreisen Bonns wird allerdings die Frage gestellt , ob das Hauptmotiv f"ur das Nichtzustandekommen der Mehrheit de Gaulles dessen Europa-Politik oder vielmehr der Wunsch der Franzosen gewesen sei , de Gaulle nicht zu stark zu machen .
788	 in diesen Kreisen enth"alt man sich einer Voraussage "uber die Europa-Politik eines im zweiten Wahlgang gew"ahlten Pr"asidenten de Gaulle .
789	 man meint , sie k"onne milder , sie k"onne jedoch auch h"arter werden .
790	 auf jeden Fall m"ussen jetzt de Gaulles Entscheidung und der zweite Wahlgang abgewartet werden .
791	 auch das Pr"asidium der Union , das am Montagvormittag unter Adenauers Vorsitz und unter Teilnahme des Pr"asidiumsmitgliedes Erhard tagte , gab keinerlei Kommentar , da die franz"osische Pr"asidentenwahl eine innere franz"osische Angelegenheit sei .
792	 die Diskussion "uber die Ausgabenwirtschaft des Bundes und die Rolle des Parlamentes in dieser Frage haben jetzt zu ersten Gesetzesantr"agen von CDU-Abgeordneten gef"uhrt , mit denen eine gr"o"sere Klarheit und Vorsicht in der Etatpolitik erzielt werden soll .
793	 unter F"uhrung des Abgeordneten Dichgans haben 26 Unionsabgeordnete den Antrag auf eine "Anderung der Reichshaushaltsordnung gestellt .
794	 darin soll festgelegt werden , da"s die Bundesregierung zusammen mit jedem Haushaltsplan und Nachtragshaushaltsplan eine Vorschau f"ur die jeweils folgenden drei Jahre vorlegt .
795	 aus dieser Vorschau soll sich ergeben , welche Belastungen in diesen Jahren aus den bisher beschlossenen Gesetzen zu erwarten sind .
796	 ein weiterer Antrag von 24 Unionsabgeordneten hat eine "Anderung des Paragraphen 85 der Gesch"aftsordnung des Bundestages zum Inhalt .
797	 diese Vorlage soll bestimmen , da"s die dritte Beratung eines Gesetzentwurfes mit Mehrausgaben oder Mindereinnahmen von "uber zehn Millionen Mark im Parlament erst dann stattfinden darf , wenn die Bundesregierung dem Bundestag die mit dem Gesetz erforderlich werdende Haushaltsvorlage zugeleitet hat .
798	 wenn ein derartiger Gesetzentwurf in den auf das laufende Haushaltsjahr folgenden drei Jahren eine entsprechende Mehrausgabe oder Mindereinnahme verursacht , so darf nach diesem Vorschlag der Abgeordneten die dritte Beratung erst dann erfolgen , wenn die Regierung das Parlament "uber die voraussichtlichen Mehrausgaben oder Mindereinnahmen und die daf"ur voraussichtlich bereitstehenden Deckungsmittel je Haushaltsjahr unterrichtet hat .
799	 mit dem Haushaltssicherungsgesetz hat sich am Montag auch der Haushaltsausschu"s des Bundestags besch"aftigt .
800	 dabei wurden alle Antr"age zu dem Gesetz noch einmal zusammengefa"st .
801	 zuvor war die Bundestagsfraktion der Freien Demokraten zusammengetreten , um "uber das Haushaltssicherungsgesetz und die "Anderungsvorschl"age der FDP zur Regierungsvorlage zu beraten .
802	 die FDP-Abgeordneten beharrten dabei auf ihrem prinzipiellen Einwand gegen Steuererh"ohungen bei Branntwein und Sekt .
803	 die Fraktion hat ihren Vertretern im Haushaltsausschu"s jedoch empfohlen , sich in der Frage der vorgeschlagenen Steuererh"ohungen der Stimme zu enthalten .
804	 der FDP-Vorsitzende Mende stellte klar : " die FDP wird dem Haushaltssicherungsgesetz zustimmen , wie es auch ausf"allt " .
805	 nach der Fraktionssitzung kam die F"uhrung der FDP-Fraktion zusammen mit Bundeskanzler Erhard und Finanzminister Dahlgr"un sowie mit f"uhrenden Mitgliedern der Unionsfraktion zu einem weiteren Gespr"ach zusammen .
806	 auch dabei ging es allein um die Frage , ob man zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Beratung des Haushaltssicherungsgesetzes kommen k"onne .
807	 die Fraktionsvorst"ande tagten anschlie"send wieder getrennt .
808	 in einem Kommunique der FDP hei"st es neben der Empfehlung zur Stimmenthaltung bei den Steuererh"ohungen , da"s die Fraktion der Freien Demokraten ihre Zustimmung zum Haushaltssicherungsgesetz best"atigt h"atten .
809	 der Fraktionsvorsitzende von K"uhlmann-Stumm k"undigte weiter an , da"s die FDP "uber die vorgesehenen Einschr"ankungen hinaus bei den Haushaltsberatungen weitere Vorschl"age zur Herabsetzung des Haushaltsvolumens unterbreiten wolle .
810	 die sozialdemokratische Bundestagsfraktion hat noch nicht endg"ultig zu erkennen gegeben , ob sie beim Haushaltssicherungsgesetz mit Nein stimmen oder ob sie sich der Stimme enthalten wird .
811	 in Bonn gilt es gegenw"artig als sicher , da"s die von der Bundesregierung vorgeschlagene Streichung der Alt"olsubventionen in H"ohe von zehn Millionen Mark wieder fallengelassen wird .
812	 daf"ur sollen an anderer Stelle Einsparungen vorgenommen werden .
813	 ein Sprecher der Bundesregierung hat am Montag die "Au"serungen des Pr"asidenten des Bundes der Steuerzahler , Muthesius , zur"uckgewiesen , wonach der Hauptgrund f"ur die schleichende Inflation in der Finanzierung des Wohnungsbaus liege .
814	 die Regierung teile diese Auffassung nicht .
815	 wegen der gro"sen Wohnungsnot nach dem Kriege seien vielmehr ungew"ohnlich hohe Unterst"utzungen notwendig gewesen .
816	 nur so habe man in relativ kurzer Zeit die Wohnungsnot weitgehend beseitigen k"onnen .
817	 der ehemalige amerikanische Hohe Kommissar in Deutschland , John McCloy , der sich gegenw"artig zu einem privaten Besuch in der Bundesrepublik aufh"alt , ist am Montag von Bundeskanzler Erhard empfangen worden .
818	 dabei sind die politischen Fragen des deutsch-amerikanischen Verh"altnisses und besonders des atlantischen B"undnisses ausf"uhrlich er"ortert worden .
819	 in Bonn wurde das Gespr"ach auch in Zusammenhang mit der bevorstehenden Amerika-Reise Erhards gesehen .
820	 zwischen Ungarn und der Bundesrepublik ist bei den j"ungsten Handelsbesprechungen in Bonn das Au"senhandelsvolumen von 500 auf 600 Millionen Mark j"ahrlich heraufgesetzt worden .
821	 die Bundesrepublik ist den ungarischen W"unschen nach gr"o"seren Einfuhrkontingenten der deutschen Seite entgegengekommen und wird auch ihrerseits h"ohere Exportm"oglichkeiten nach Ungarn haben .
822	 das Einfuhrkontingent f"ur gewerbliche G"uter aus Ungarn ist um rund 50 Prozent aufgestockt worden .
823	 diese Heraufsetzungen waren n"otig , weil die ungarischen Agrarausfuhren infolge der Agrarmarktordnung der EWG in letzter Zeit immer mehr zur"uckgegangen sind .
824	 h"ohere ungarische Lieferungen nach Deutschland sind unter anderem bei chemischen Erzeugnissen , Eisen- , Blech- und Metallwaren sowie bei elektrotechnischen Erzeugnissen vereinbart worden .
825	 au"serdem wurden zehn neue Kontingente f"ur Einfuhren aus Ungarn im Bereich der gewerblichen Wirtschaft geschaffen .
826	 auch die deutsche Seite wird ihre Ausfuhren nach Ungarn erh"ohen ; eine Ausweitung der deutschen Exporte ist unter anderem bei chemischen Produkten , bei Feinmechanik und Optik und bei Elektrotechnik vorgesehen .
827	 die Zahl der offenen Stellen hat sich in der Bundesrepublik im November um 76900 auf 582600 offene Stellen verringert , die Verringerung war "uberwiegend durch das Wetter bedingt .
828	 von den offenen Stellen waren 313500 f"ur M"anner und 269100 f"ur Frauen .
829	 im selben Monat des Vorjahres hatte der R"uckgang 56200 betragen .
830	 die neue Kr"aftebedarfszahl liegt jetzt um 11500 offene Stellen h"oher als ein Jahr fr"uher .
831	 im November sank die Zahl der offenen Stellen f"ur M"anner um 54200 , die der Frauen um rund 22700 .
832	 die Arbeitslosenzahlen erh"ohten sich im November um 26700 auf 119000 , davon waren 82100 M"anner und 36200 Frauen .
833	 im gleichen Monat des Vorjahres war die Arbeitslosigkeit um 15400 auf 126800 gestiegen .
834	 die Arbeitslosenquote erh"ohte sich auf 0,5 von Hundert .
835	 wegen der Witterung sind im November in der Bauwirtschaft des Bundesgebiets etwa 5,2 Millionen Tagewerke ausgefallen .
836	 das sind etwa f"unfmal so viel wie zur gleichen Zeit des Vorjahres .
837	 f"ur die Bundesanstalt f"ur Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung bedeutete das etwa 80 Millionen Mark Mehrausgaben .
838	 das sogenannte Schlechtwettergeld , das seit dem 1. November wieder f"ur den Arbeitsausfall bezahlt wird , wird im siebten Jahr gew"ahrt .
839	 pro Kopf und Tag werden etwa 18 Mark bezahlt .
840	 der Finanzminister von Sambia , Wina , hat den Handel angewiesen , den Warenverkehr mit Rhodesien abzubrechen und sich stattdessen den M"arkten in Deutschland , Gro"sbritannien , Frankreich , Italien und Japan zuzuwenden .
841	 der amerikanische Zentralbankrat hat den Diskontsatz von 4 auf 4,5 Prozent heraufgesetzt .
842	 gleichzeitig hat die amerikanische Regierung ihre Richtlinien zur Beschr"ankung der Auslandsinvestitionen amerikanischer Unternehmen wesentlich versch"arft .
843	 General de Gaulle ist am Dienstagnachmittag von seinem Wochenendaufenthalt in Colombey-les-deux-Eglises nach Paris zur"uckgekehrt .
844	 er leitet an diesem Mittwochvormittag einen Ministerrat .
845	 Hauptthema werden die Schlu"sfolgerungen aus dem ersten Wahlgang der Pr"asidentenwahlen vom vergangenen Sonntag sein .
846	 nach dem Ministerrat wird de Gaulle , wie am Dienstag bekannt wurde , offiziell mitteilen lassen , da"s er zur Stichwahl am 19. Dezember bereit ist .
847	 bis jetzt ist von de Gaulle nur eine einzige "Au"serung zu dem Mi"serfolg bei der Wahl bekannt geworden .
848	 de Gaulle hat in einer von Premierminister Pompidou abgegebenen Erkl"arung , die mit dem General abgesprochen war , die Behauptung abge"andert , da"s die " Kandidaturen der Ablenkung und der Spaltung " die gro"se Bekundung des nationalen Willens in der Wahl verhindert h"atten .
849	 statt dessen hei"st es jetzt , da"s diese Bekundung hinausgeschoben worden sei .
850	 daraus wird "uberall geschlossen , da"s de Gaulle im zweiten Wahlgang einen gro"sen Stimmenerfolg erwartet .
851	 ob der General aber , wie seine Minister , haupts"achlich den Kandidaten der Mitte , Lecanuet , angreifen wird oder seine Angriffe auf das angebliche Gespenst einer drohenden Volksfront konzentrieren will , ist bisher nicht bekannt .
852	 erstaunlich scharf waren die Ausf"alle gegen die Opposition , mit denen Innenminister Roger Frey im Rundfunk und im Fernsehen die Bekanntgabe der endg"ultigen Wahlergebnisse begleitet hat .
853	 Frey hielt eine ausgesprochene Propagandarede f"ur de Gaulle , obwohl grunds"atzlich in der Zeit der Wahlen nur die den Kandidaten zugewiesene Redezeit f"ur solche politischen Meinungs"au"serungen bestimmt ist .
854	 der Innenminister bezeichnete die von Lecanuet gef"uhrte " sogenannte Aktion der Mitte " als einen Fehlschlag .
855	 sie sei eine Operation der Spaltung der Nation gewesen , die sich lediglich gegen General de Gaulle gerichtet und dadurch die Kandidatur Mitterrands beg"unstigt habe .
856	 eine wirklichkeitsn"ahere Gewissenspr"ufung werde die Franzosen zweifellos veranlassen , sich um de Gaulle und die nationale Mehrheit zu scharen .
857	 ihr w"urden sich von nun an lediglich die hinter Mitterrand gruppierten verschiedenartigen Kr"afte widersetzen , von denen der gr"o"ste Teil die Grunds"atze der Demokratie ablehne .
858	 f"ur Innenminister Frey wie f"ur zahlreiche andere gaullistische Politiker ist Jean Lecanuet der einzige ernsthafte Gegenkandidat gewesen , weil er in der Lage war , de Gaulle einen gro"sen Teil seiner Stimmen abzunehmen und ihn dadurch zur Stichwahl zu zwingen .
859	 Mitterrand wird von den Gaullisten lediglich als Kandidat der Kommunisten angesehen , obwohl es ihm gelungen ist , den "ublichen Stimmenanteil der Kommunisten bei allgemeinen Wahlen bei weitem zu "ubertreffen .
860	 Meinungsumfragen haben ergeben , da"s auch diesmal Angeh"orige aller politischen Parteien einschlie"slich der Kommunisten f"ur de Gaulle gestimmt haben und da"s der gro"se Stimmenzuwachs f"ur Mitterrand und Lecanuet nicht zuletzt auf die massive Unterst"utzung der jungen W"ahler zur"uckzuf"uhren ist .
861	 einigerma"sen erstaunt ist man in Paris "uber die vor allem im Ausland verbreiteten Vermutungen , da"s die Themen Europa und Nato der Hauptgrund f"ur den Mi"serfolg de Gaulles im ersten Wahlgang gewesen seien .
862	 der Einheitskandidat der Linken , Mitterrand , hat etwa doppelt so viele Stimmen erhalten wie der Europ"aer Lecanuet ; das zeigt , wie man in Paris meint , klar , da"s die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik der Regierung und mit der rein pers"onlich orientierten Machtaus"ubung des Pr"asidenten mehr W"ahler in die Opposition getrieben hat als das Mi"strauen gegen"uber den au"senpolitischen Konzeptionen des Generals .
863	 auch in Frankreich spielt die Au"senpolitik bei solchen wichtigen Wahlentscheidungen eine geringere Rolle als die Innenpolitik .
864	 das schlie"st allerdings nicht aus , da"s Lecanuet bei seinem Einbruch in die gaullistischen W"ahlermassen fr"uherer Abstimmungen gerade daraus Nutzen gezogen hat , da"s viele Franzosen und vor allem Kreise der Wirtschaft und der Landwirtschaft die Europa-Politik des Generals ablehnen und de Gaulles Au"senpolitik , die sich mehr nach Osten als auf die traditionellen B"undnispartner zu orientieren scheint , mit immer gr"o"serem Mi"strauen betrachten .
865	 der Selbstmord des Vorsitzenden der Ost-Berliner staatlichen Plankommission , Apel , weitet sich f"ur das SED-Regime zu einem politischen Skandal aus .
866	 "uberraschend hatte der Berliner B"urgermeister Brandt am Montagabend auf dem Jahresessen der Berliner Pressekonferenz erkl"art , Apel habe sich am Freitagmorgen in seinem B"uro erschossen .
867	 er sei jedoch " nicht schweigend ins Grab gegangen " .
868	 Brandt sagte : " wir werden alle noch h"oren , was ihn bewegt und besorgt hat " .
869	 Brandt f"ugte hinzu , es sei bekannt gewesen , da"s es in Moskau unl"angst schwere Auseinandersetzungen zwischen dem SED-Vorsitzenden Ulbricht und Apel gegeben habe .
870	 damit wurden Berichte aus Ost-Berlin erh"artet , Apel habe vor seinem Tod seine gegens"atzlichen Auffassungen zum wirtschaftspolitischen Kurs der SED und vor allem Ulbrichts in einem Memorandum niedergelegt , das sich in H"anden von Freunden des Verstorbenen befinde .
871	 offensichtlich ist aber auch Brandt in den Besitz dieses Dokumentes gelangt ; denn in Berlin wird angenommen , da"s sich andernfalls der Regierende B"urgermeister am Montag nicht derart akzentuiert zu dem Tode des Ost-Berliner Planungschefs ge"au"sert h"atte .
872	 offenbar wartet man im Rathaus Sch"oneberg nunmehr den g"unstigsten Zeitpunkt f"ur eine Ver"offentlichung des Memorandums ab , der in der kommenden Woche sein k"onnte , wenn das SED-Zentralkomitee am 17. und 18. Dezember in Ost-Berlin zusammentreten wird .
873	 in West-Berlin konnten am Dienstag Meldungen nicht best"atigt werden , das Schriftst"uck sei Brandt durch einen Kurier "uberbracht worden .
874	 jedoch ist bekannt , da"s hin und wieder ein " g"unstiger Wind " bestimmte Informationen aus Ost-Berlin und der " DDR " in den Westen flattern l"a"st , woran ehemalige Sozialdemokraten und , nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD vor nunmehr bald zwanzig Jahren , heutige SED-Mitglieder beteiligt sein d"urften .
875	 es wird nicht f"ur ausgeschlossen gehalten , da"s die SED bis zu der "Au"serung Brandts vom Montagabend von der Existenz des Schriftst"uckes keine Kenntnis gehabt hatte , da sonst nicht ein derart pomp"oser , jetzt aber an die Trauerfeierlichkeiten f"ur den fr"uheren Generalfeldmarschall Rommel erinnernder Staatsakt f"ur den verstorbenen SED-Funktion"ar abgehalten worden w"are .
876	 bei der Lekt"ure der Gedenkrede des Zonen-Ministerpr"asidenten Stoph vom Montag f"allt auf , da"s dieser sich relativ zur"uckhaltend "uber die Verdienste Apels "au"serte .
877	 Apel habe sich " besondere Verdienste auf dem Gebiet der Planung und Leitung der Volkswirtschaft erworben " , sagte Stoph nur und fuhr fort , wenn die "okonomische St"arke und Leistungf"ahigkeit der " deutschen Demokratischen Republik " immer mehr Achtung und Ansehen genie"se , so habe Apel " durch seine Mitarbeit im Kollektiv der Parteif"uhrung und des Ministerrates einen Anteil daran " .
878	 anderseits hob Stoph ausdr"ucklich hervor , da"s der Verstorbene ein " treuer Freund der Sowjetunion und der deutsch-sowjetischen Freundschaft " gewesen sei und dies als " Herzenssache " betrachtet und zum " Leitmotiv seines Handelns " gemacht habe .
879	 diese ausdr"uckliche Hervorhebung w"urde jedoch in West-Berlin vorliegenden Meldungen nicht widersprechen , da"s sich gerade Apel gegen die allzu starke wirtschaftliche Bindung der " DDR " an die Sowjetunion gewehrt habe .
880	 gerade am Freitag , an dem er seinem Leben mit einem Kopfschu"s ein Ende setzte , sollte er den neuen , langfristigen Handelsvertrag zwischen der Zone und der Sowjetunion in Ost-Berlin unterschreiben , wogegen er sich jedoch energisch gewehrt haben soll .
881	 das Abkommen , das von 1966 bis 1970 G"ultigkeit hat , sieht , wie gemeldet , einen Handelsumsatz von 60 Milliarden Mark vor , das hei"st 43 Prozent mehr , als in dem Ende dieses Jahres auslaufenden langfristigen Vertrag umgesetzt worden war .
882	 w"ahrend Moskau jedoch an Ost-Berlin Rohstoffe zu Weltmarktpreisen liefert , mu"s Ost-Berlin , wie es hei"st , hochwertige Fertigprodukte zu Vorzugspreisen in die Sowjetunion exportieren .
883	 dagegen sollen Apel und mit ihm einige andere Wirtschaftsfunktion"are seit l"angerem Front gemacht haben , sich jedoch gegen"uber den politischen Erw"agungen Ulbrichts und auch Stophs nicht haben durchsetzen k"onnen .
884	 statt dessen habe , wie Berichte wissen wollen , Apel die Wirtschaft der Zone aus dieser eisernen Umklammerung Moskaus , "ahnlich , wie andere Volksdemokratien das praktizieren , langsam herausl"osen wollen und sich dadurch etwas gr"o"seren Bewegungsspielraum in Richtung Westeuropa , aber auch Westdeutschland , schaffen wollen .
885	 aus diesem Grunde st"unden , hei"st es , hinter dem Freitod Apels keineswegs nur wirtschaftliche Sachfragen , sondern vor allem auf lange Sicht bedeutsame politische Beweggr"unde .
886	 das machte auch die Nervosit"at , die am Dienstag in Ost-Berlin zu sp"uren war , verst"andlich .
887	 denn eine Ver"offentlichung einer Art politischen Testamentes dieses f"uhrenden Wirtschaftsfunktion"ars m"u"ste auf die innerparteiliche Diskussion in Mitteldeutschland von nachhaltigem Einflu"s sein .
888	 bei der "Ubertragung des Staatsaktes im Haus des Zentralkomitees im Ost-Berliner Fernsehen fiel am Montag auf , da"s Frau Apel , die vom Ehepaar Ulbricht die ganze Zeit "uber flankiert wurde und deren H"ande w"ahrend der Trauerfeier von Ulbricht und dessen Frau festgehalten wurden , einen au"serordentlich gefa"sten Eindruck machte .
889	 sie war kerzengerade und ohne Schleier in den gro"sen Saal gef"uhrt worden und lie"s sich keinerlei innere Bewegung anmerken ; nur die Mutter Apels weinte .
890	 daraus k"onnte der vorsichtige Schlu"s gezogen werden , da"s Frau Apel von den Umst"anden , die zum Selbstmord ihres Mannes f"uhrten , vielleicht zumindest eine Ahnung gehabt hatte .
891	 in West-Berlin wird auch darauf hingewiesen , da"s Apel kein altgedienter Kommunist , sondern ein t"uchtiger , sehr pragmatischer Wirtschaftsfachmann gewesen sei , dessen L"ucke nur schwer auszuf"ullen sein werde .
892	 Apel , der w"ahrend des Krieges in Peenem"unde bei den V-Waffen mitgearbeitet hatte , wurde nach dem Kriege zusammen mit anderen Technikern , die an diesem Projekt beteiligt waren , in die Sowjetunion geholt .
893	 dort sei er sp"ater mit Erfolg umgeschult worden .
894	 in seiner Gedenkrede am Montag sagte Ministerpr"asident Stoph auch nur kurz , nach der Zerschlagung des Faschismus sei Apel sechs Jahre lang als " Oberingenieur in der Sowjetunion " t"atig gewesen .
895	 da"s Apel erst 1957 in die SED aufgenommen worden ist , soll auf Widerst"ande innerhalb der SED wegen seiner Arbeit in Peenem"unde zur"uckzuf"uhren sein .
896	 Apel soll in den Tagen vor seinem Freitod noch mit seinen engsten Mitarbeitern l"angere Gespr"ache gef"uhrt haben , "uber die angeblich auch Niederschriften , ja sogar ein Tonband existieren sollen .
897	 wie das Informationsb"uro West erg"anzend meldet , sollen auch Vorw"urfe sowjetischer Wirtschaftsfunktion"are wegen ungen"ugender Erf"ullung des am 12. Juni 1964 abgeschlossenen Regierungsabkommens den " Nervenzusammenbruch " und Selbstmord Apels mit ausgel"ost haben .
898	 das Abkommen sah im wesentlichen die Lieferung von kompletten Chemieanlagen vor .
899	 auf einer Beratung der Kommission des Politb"uros und des Ministerrats zur Ausarbeitung des Perspektivplans am 10. September 1964 war der Chemieanlagenbau unter anderem auch von Ulbricht wegen seines Zur"uckbleibens hinter dem Weltniveau und wegen erster M"angel in der Qualit"at bei kompletten Anlagen getadelt worden .
900	 Ende November 1964 hatte Apel auf einer Beratung im Volkseigenen Betrieb " Chema " in Rudisleben - dem Leitbetrieb f"ur Lieferungen kompletter Anlagen - zur Eile angetrieben .
901	 Apel habe dabei auch vorgeschlagen , die Anlagen im Freien zu montieren , wenn die Montagehallen nicht so schnell w"uchsen wie der Bedarf an Sauerstoffanlagen .
902	 dabei sei ihm entgegengehalten worden , da"s dazu ein Fundament und f"ur den Winter Warmluftgebl"ase n"otig seien , die nicht zur Verf"ugung st"unden .
903	 am 1. Februar 1965 wurde , wie das Informationsb"uro meldet , der Werkleiter von " Chema " Rudisleben , Michaelis , als S"undenbock f"ur die Planschulden des Betriebes in H"ohe von mehreren Millionen von seinem Posten entfernt .
904	 im Juni 1965 habe Apel vor dem Zentralkomitee diejenigen Wirtschaftsfunktion"are kritisiert , die Fragen der " Erreichung des Weltniveaus " mit einer Erh"ohung der Importe l"osen wollten .
905	 im Juli habe sich das SED-Zentralorgan " Neues Deutschland " beklagt , da"s die Vertr"age "uber bestimmte Lieferungen im Chemieprogramm nicht eingehalten w"urden und da"s es bei den Exporten Verzug gebe .
906	 mit dem Haushaltssicherungsgesetz , das am Montagabend vom Haushaltsausschu"s des Bundestages mit den Stimmen der Koalitionsabgeordneten und gegen die der sozialdemokratischen Mitglieder gebilligt wurde , werden die Steuerpr"aferenzen , die den Berliner Alkoholherstellern gew"ahrt werden , teilweise wegfallen .
907	 mit diesem Beschlu"s , der am Donnerstag noch vom Bundestag best"atigt werden mu"s , werden die Berliner Alkoholhersteller mit den Alkoholherstellern des Bundesgebietes in der Branntweinsteuer gleichgestellt ; sie behalten jedoch ihre letzthin etwas gek"urzten Vorteile bei der Umsatzsteuer .
908	 bis jetzt brauchen sie nur 20 Prozent des in der Bundesrepublik erhobenen Branntweinsteuersatzes abzuf"uhren und k"onnen dadurch die alkoholischen Getr"anke erheblich billiger anbieten .
909	 mit dem Fortfall der Verg"unstigung werden die Spirituosen in Berlin genauso teuer wie im "ubrigen Bundesgebiet .
910	 der Bund erwartet eine zus"atzliche Einnahme von 60 bis 70 Millionen Mark im Jahr .
911	 ein Termin f"ur die "Anderung wurde noch nicht genannt .
912	 B"urgermeister Brandt begr"u"ste in Berlin diesen Schritt .
913	 er sagte : " ich sehe seit langem nicht ein , da"s wir in Berlin f"ur eine Flasche Schnaps weniger bezahlen als in Westdeutschland " .
914	 Brandt sch"atzte die zu erwartenden Steuermehreinnahmen etwas h"oher - auf 70 bis 90 Millionen Mark .
915	 er sagte , dieser Verzicht auf eine Sonderstellung d"urfe nicht allein als Sparma"snahme angesehen werden , sondern m"usse in Zusammenhang mit den Zukunftsausgaben Berlins und der wegen der angespannten Finanzlage des Bundes gek"urzten Berlin-Hilfe gesehen werden .
916	 er kritisierte aber , da"s vor der Entscheidung nicht mit dem Senat gesprochen worden sei .
917	 Bundeswohnungsminister Bucher , der an der Ausschu"ssitzung am Montagabend teilnahm , hat einen Teil der Wohnungsbaumittel , die mit dem Haushaltsicherungsgesetz eingespart werden sollten , losgeeist .
918	 es geht um 18 Millionen Mark , die f"ur die Darlehen " Junge Familie " und f"ur den Wohnungsbau f"ur alte Leute verwendet werden sollen .
919	 der Haushaltsausschu"s billigte auch das von der Regierung vorgelegte Besoldungs"anderungsgesetz .
920	 es sieht vor , da"s die Geh"alter der Bundesbeamten zum 1. Januar und zum 1. Oktober 1966 um je vier Prozent erh"oht werden .
921	 die SPD deutete am Dienstag an , da"s sie dem Haushaltssicherungsgesetz nicht zustimmen werde .
922	 der SPD-Abgeordnete Max Seidel sagte , die Sozialdemokraten s"ahen keine Veranlassung , Gesetzen , denen sie vor der Wahl zugestimmt habe , jetzt den Garaus zu machen .
923	 es erscheine staats- und rechtspolitisch bedenklich , da"s der 5. Bundestag in seiner ersten Arbeitsphase aufheben solle , was der 4. Bundestag in seiner letzten Arbeitsphase beschlossen habe .
924	 niemand von der SPD kenne den Haushalt 1966 in seinen Einzelheiten .
925	 Seidel nannte es eine " tolle Zumutung " , da"s die SPD ohne Kenntnis der Rangordnungen und detaillierten Ans"atze global den finanzpolitischen Aktionen der Bundesregierung und Koalition folgen solle .
926	 der "Altestenrat hat am Dienstag die Tagesordnung f"ur die Bundestagssitzungen am Mittwoch und Donnerstag festgelegt .
927	 danach wird es in der zweiten Lesung vermutlich keine Reden zu den einzelnen Artikeln des Haushaltssicherungsgesetzes geben , mit dem der Bundeshaushalt 1966 um etwa drei Milliarden Mark entlastet werden soll .
928	 in dritter Lesung wollen die Fraktionen jedoch Erkl"arungen abgeben .
929	 das Bundeskabinett will den Bundeshaushalt 1966 Mitte Januar verabschieden ; dann kann er dem Bundesrat fristgerecht zu seiner ersten Sitzung im n"achsten Jahr am 11. Februar vorgelegt werden .
930	 voraussichtlich in der zweiten Februarh"alfte soll der Haushalt dann vom Bundesfinanzminister im Bundestag eingebracht werden .
931	 der Haushalt 1966 soll nach den W"unschen der Bundesregierung 69,4 Milliarden Mark nicht "ubersteigen .
932	 das bedeutet , da"s in den Einzelhaushalten noch 2,1 Milliarden Mark der Ans"atze gestrichen werden m"ussen .
933	 die Claims-Conference hat gegen die beabsichtigte K"urzung der Wiedergutmachungsleistungen im Haushaltssicherungsgesetz protestiert .
934	 der Repr"asentant der Claims-Conference und des New Yorker Komitees f"ur Nazi-Opfer-Organisationen , Stefan R. Grossmann , sagte am Dienstag in Bonn , diese K"urzung sei aus moralischen und historischen Gr"unden bedauerlich ; Bundeskanzler Erhard habe die Wiedergutmachung als Ehrenschuld und bindende Verpflichtung des deutschen Volkes bezeichnet .
935	 in dem Haushaltssicherungsgesetz sollen die j"ahrlichen Aufwendungen nach dem Bundesentsch"adigungsgesetz f"ur 1966 und 1967 auf 1,9 Milliarden Mark beschr"ankt werden .
936	 Grossmann sagte dazu , dieser Artikel 17 sei nach Ansicht namhafter Gutachter verfassungswidrig ; und man k"onne damit rechnen , da"s seine Annahme durch den Bundestag sp"ater zu Prozessen beim Bundesverfassungsgericht f"uhren werde .
937	 das Pr"asidium des Kirchentages hat auf Einladung der Hannoverschen Landeskirche den 13. deutschen Evangelischen Kirchentag f"ur 1967 nach Hannover einberufen .
938	 Kirchentagspr"asident Richard von Weizs"acker und Generalsekret"ar Walz haben Landesbischof Lilje in Hannover einen Besuch gemacht .
939	 als Termin wurde endg"ultig der 28. Juni bis 2. Juli 1967 vereinbart .
940	 gegenw"artig steht eine neue Verschiebung der Reise des Bundeskanzlers in die Vereinigten Staaten nicht zur Diskussion .
941	 anderslautende Hinweise , die im Zusammenhang mit den franz"osischen Wahlen au"serhalb der Regierungsseite aufgetaucht waren , wurden am Dienstag in amtlichen Kreisen der Regierungskoalition als reine Spekulation bezeichnet .
942	 da zur Zeit ziemlich sicher damit zu rechnen sei , da"s der franz"osische Staatspr"asident sich am 19. Dezember der Stichwahl stelle , aus der er dann wohl auch als uneingeschr"ankter Sieger hervorgehen werde , seien alle "Uberlegungen "uber eine Verschiebung der Reise Erhards m"u"sig .
943	 sollte allerdings wider Erwarten de Gaulle verzichten , w"urde es in Bonn nicht mehr als so abwegig angesehen , wenn angesichts der damit verbundenen Verschiebung der Akzente der franz"osischen Politik der Bundeskanzler um einen sp"ateren Besuchstermin bei Pr"asident Johnson nachsuchte .
944	 eine weitere Vermutung des den Sozialdemokraten nahestehenden Politisch-Parlamentarischen Pressedienstes , da"s Erhard jetzt mit leeren H"anden zu Johnson komme , weil die Bundestagsdebatte keine klare Linie in der Regierung und der Koalition in der Frage der Nuklearpolitik habe erkennen lassen , will man ebenfalls nicht als berechtigt gelten lassen .
945	 man bestreitet in f"uhrenden Kreisen der CDU/CSU-Fraktion , da"s es eine solche klare Linie nicht gebe ; auch und gerade der CSU-Vorsitzende Strau"s sei davon nicht abgewichen .
946	 es ist zu h"oren , da"s die Beratungen in der Regierung und in der Koalition "uber die Frage des nuklearen Mitspracherechts noch fortgef"uhrt w"urden .
947	 ein Verzicht der Bundesrepublik auf eine Gemeinschaftsl"osung nach der Art der MLF oder der ANF nur zugunsten der deutschen Beteiligung am Special Comitee wird als unbefriedigend bezeichnet .
948	 der deutsche St"adtetag hat in einer Pr"asidialsitzung erneut kurzfristig wirksame Ma"snahmen zur Verbesserung der kommunalen Finanzlage gefordert .
949	 dabei ist insbesondere an eine h"ohere Beteiligung der Gemeinden an der Mineral"olsteuer des Bundes und , soweit dies noch nicht geschehen ist , an die Kraftfahrzeugsteuer der L"ander gedacht .
950	 der St"adtetag begr"undet seine Forderung damit , da"s eine gro"se Finanzreform zwar dringend erforderlich , aber nicht kurzfristig zu erwarten ist und da"s andererseits die Steuereinnahmen der Gemeinden der Steigerung der laufenden Ausgaben nur noch z"ogernd folgen .
951	 mit einer gro"sen feierlichen "offentlichen Sitzung im Petersdom geht an diesem Mittwoch das Zweite Vatikanische Konzil zu Ende .
952	 das Konzil war von Johannes XXIII , dem verstorbenen letzten Papst , einberufen worden .
953	 konkretes Hauptergebnis der vier Sitzungsperioden ist die St"arkung des Einflusses der Bisch"ofe in der r"omisch-katholischen Kirche .
954	 das Konzil hat betr"achtliche Reformen in der katholischen Kirche und eine Belebung ihres Verh"altnisses zu den "ubrigen Kirchen gebracht , vor allem der orthodoxen Kirche .
955	 am n"achsten Dienstag werden in Warschau neue deutsch-polnische Handelsgespr"ache beginnen .
956	 Ziel dieser Verhandlungen ist es , die bestehenden Warenlisten auf beiden Seiten auszuweiten .
957	 Polen d"urfte vor allem an zus"atzlichen deutschen Importkontingenten f"ur gewerbliche Waren interessiert sein , w"ahrend die Bundesrepublik wohl versuchen wird , die deutschen Ausfuhren vor allem auf dem Gebiet der Konsumg"uterproduktion zu verst"arken .
958	 die deutsche Delegation wird von Botschafter Emmel geleitet ; f"ur das Bundeswirtschaftsministerium nimmt Ministerialrat Steidle , der Leiter des Osthandelsreferats , an den Verhandlungen teil .
959	 die polnische Verhandlungsdelegation wird von Ministerialdirektor Wischnewski angef"uhrt .
960	 das Zweite Vatikanische Konzil , das 21. "Okumenische Konzil der katholischen Kirche , ist am Mittwoch , dem Fest Mari"a Empf"angnis , feierlich geschlossen worden .
961	 der Generalsekret"ar des Konzils , Erzbischof Felici , verlas die p"apstliche Urkunde .
962	 der Zeiger an der Uhr von St Peter zeigte auf 13.12 Uhr .
963	 das von Papst Johannes XXIII am 11. Oktober 1962 er"offnete und nach seinem Tod von seinem Nachfolger , Papst Paul VI , fortgef"uhrte Konzil hat tief in die katholische Kirche eingegriffen .
964	 mit drei Jahren hat es l"anger gedauert als das Erste Vatikanische Konzil von 1869/70 , das die Universaljurisdiktion und die Unfehlbarkeit des Papstes beschlossen hatte .
965	 es war k"urzer als das vorletzte Konzil , das Konzil der Gegenreformation von Trient ( 1545 bis 1563 ) , das achtzehn Jahre dauerte , wobei allerdings nur acht Jahre von Sitzungen ausgef"ullt waren .
966	 das Zweite Vatikanische Konzil war keine Fortsetzung des Ersten , eher seine Erg"anzung .
967	 der damals beschlossenen Gewaltenf"ulle des Papstes setzte es die Kollegialit"at der Bisch"ofe zur Seite .
968	 doch blieb es nicht dabei .
969	 es ist "uber diese blo"se Erg"anzung hinausgewachsen .
970	 es hat eine Wende versucht und zum Teil schon vollzogen , die eine ganze Epoche der Kirchengeschichte hinter sich l"a"st .
971	 man hat das Konzil als "Uberwindung der Gegenreformation bezeichnet .
972	 aber es hat teilweise noch weiter in der Kirchengeschichte zur"uckgegriffen , bis an die Spaltung der ungeteilten Kirche vor tausend Jahren in West und Ost , sogar bis zu Kaiser Konstantin .
973	 auch die "Uberwindung des sogenannten konstantinischen Denkens geh"orte zu den Leits"atzen .
974	 das Konzil hat seinen Radius nicht nur auf den Dialog mit den anderen christlichen Bekenntnissen erweitert .
975	 es hat auch an die Juden , an die gro"sen nichtchristlichen Religionen , an alle Menschen gedacht , auch an die , die nicht glauben .
976	 die Achtung vor der Gewissensfreiheit , die Achtung vor den Werten , die in allen Religionen und Bekenntnissen enthalten sind , und die Achtung auch vor den Werten der diesseitigen Welt wurden ausdr"ucklich verk"undet .
977	 damit ist eine kopernikanische Wende angedeutet , ein "Ubergang bezeichnet worden .
978	 ob dies in die Wirklichkeit "uberf"uhrt werden kann , ob es gelingt , Gott und die Kirche der Welt neu auszusagen , h"angt freilich von der Zukunft ab .
979	 es ist ein Werk von Jahrzehnten , das die katholische Kirche vor sich sieht .
980	 es geht um die Kirche des Jahres 2000 .
981	 eine F"ulle von nachkonzili"aren Kommissionen wird t"atig sein .
982	 zu den wichtigsten Aufgaben im engen kirchlichen Bereich geh"ort die Neufassung des Kanonischen Rechtes und die Reform der Kurie .
983	 beide sollen sofort in Angriff genommen werden .
984	 mit der Reform des Bollwerkes des Heiligen Offiziums hat die Kurienreform bereits begonnen .
985	 die Verlesung der Botschaften des Konzils an die verschiedenen St"ande bildeten den wichtigsten Akt der Schlu"sfeier .
986	 sie sind an die Regierenden , die Intellektuellen , die K"unstler , die Frauen , die Arbeiter , die Armen , Kranken und Verfolgten und an die Jugend gerichtet .
987	 die Botschaften fassen noch einmal den Geist und das Wollen des Konzils zusammen .
988	 sie wollen jeden einzelnen Menschen unmittelbar erreichen .
989	 die Konzilsaula war auf die gro"se Freitreppe vor Sankt Peter verlegt .
990	 das milde , wenn auch etwas windige Wetter machte das m"oglich .
991	 der Thron des Papstes war mit dem R"ucken zur Basilika errichtet .
992	 die Bisch"ofe sa"sen zu beiden Seiten in wei"sen liturgischen Gew"andern .
993	 sie trugen die wei"sen Mitren .
994	 ein Wald von Mitren dehnte sich vor der Basilika aus .
995	 es fehlten auch nicht die Kronen der Orientalen .
996	 die Konzilsv"ater waren "uber den Platz zur Schlu"ssitzung gezogen , den gleichen Weg , den sie vor drei Jahren zur Er"offnungssitzung zur"uckgelegt hatten .
997	 auf den Trib"unen sa"sen die 101 Beobachter der anderen Kirchen , in der ersten Reihe die Abgesandten des Patriarchats von Konstantinopel und des Patriarchats von Moskau .
998	 neben ihrem Schwarz stach das wei"se Gewand des Priors der protestantischen kl"osterlichen Gemeinschaft von Taize ab .
999	 Sonderdelegationen waren von 90 Staaten erschienen .
1000	 die Ministerpr"asidenten Italiens , "Osterreichs , Belgiens und Irlands waren anwesend .
